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Allianz MTV Stuttgart steht im Endspiel

Am Ende war da nur noch unbändiger Jubel, der lautstark aus einem blauen Knäuel Spielerinnen brandete, die wenige Sekunden zuvor ein absolut unfassbares Match im Tiebreak noch mit 12:15 gewonnen hatten. Drumherum in der Schweriner Arena, wo sich der SSC (eine Woche nach dem Europapokal-Aus) nun auch aus dem Rennen um die Deutsche Meisterschaft verabschiedet hatte, herrschte Totenstille und bittere Enttäuschung. Wie hatte Schwerin dieses Match noch verlieren können, fragten sich die Fans – und wohl auch die Spielerinnen. Nach so klarer Dominanz über weite Strecken des Spiels hinweg? Doch die Blauen von Allianz MTV Stuttgart hatten wieder einmal ihre „Nehmerqualitäten“ bewiesen und eine verloren geglaubte Partie in beeindruckender Manier umgebogen.
 
Das zweite Match der Best-of-3-Serie im Halbfinale um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft der Damen am Samstag in Schwerin war klar geprägt von Aufschlag und Blockspiel. In der ersten Hälfte des ersten Satzes dominierte nicht nur in diesen Bereichen ganz klar Allianz MTV Stuttgart. Kim Renkema & Co. brachten die Schwerinerinnen schier zur Verzweiflung, weil fast kein Angriff ohne „Blockbremse“ durchkam. Die Folge, in Kombination mit einer fast perfekten Annahme auf Stuttgarter Seite: Stuttgarts variabler Angriff bekam immer wieder zweite und auch dritte Chancen und nutzte diese auch konsequent. Das Team von Guillermo Hernandez wirkte frischer und auch deutlich zielstrebiger und war dank Renata Sandor, Kim Renkema und Micheli Pissinato schnell mit 11:17 vorne. Zu spät kam Schwerin ins Spiel. Angetrieben von Anja Brandt kämpfte sich das Team von Felix Koslowski zwar noch auf 20:24 heran, ein kurios über die Netzkante trudelnder und abstürzender Ball von Katherine Harms jedoch konnte abschließend von der SSC-Abwehr nur noch an die Antenne „gerettet“ werden – Satzgewinn Stuttgart.
 
Im zweiten Durchgang zeigte sich Schwerin zunächst geläutert und deutlich motivierter. Die Spielerinnen in gelb setzten Stuttgart mit riskanteren Angaben mehr unter Druck und konnten sich auch im Angriff gegen den Block viel besser durchsetzen. Trotzdem blieb der Satz ausgeglichen bis zum Stand von 11:11. Dann kippte das Match mit einem Schlag völlig überraschend komplett in Richtung Schwerin. Der Block um die überragend spielende Anja Brandt war für Stuttgarts Angreiferinnen plötzlich überhaupt nicht mehr zu überwinden, und alles was doch durchkam wurde von der Schweriner Abwehr überragend entschärft. Stuttgart verlor unglaubliche zehn Punkte am Stück und taumelte auch danach ob der inzwischen meisterlichen Schweriner Leistung dem Satzende entgegen. Selbst personelle Wechsel auf Stuttgarter Seite brachten keine Impulse. So endete der Satz durch einen Angriffsschlag von Yvon Belien mitten durch den Stuttgarter Block zum 25:15 frühzeitig.
 
Stuttgart hatte nun deutlich mehr Probleme zu punkten, musste für jeden Zähler auch deutlich mehr Aufwand betreiben. Zweite und dritte Versuche waren die Regel. Bei Schwerin hingegen lief's wie von selbst. Das Risiko beim Aufschlag wurde im dritten Satz weiter erhöht, das brachte Stuttgarts Annahme noch mehr in Not und die Angriffe wurden entsprechend ungenauer und langsamer/berechenbarer vorgetragen. Und dann war der Block mit Tausendsassa Brandt immer schon da. So verwandelte sie beispielsweise eine zu lange Annahme direkt zum 8:5, gleich danach blockte Brandt überragend allein einen Hinterfeldangriff von Renata Sandor zum 9:5. Nur ein Punkt gelang Stuttgart dann vom 10:8 bis zum 18:9, bei Schwerin kamen nun auch die Außen- und Diagonalangreiferinnen Jennifer Geerties und Lonneke Sloetjes selbstbewusst ins Rollen und machten Punkt um Punkt. Und trotz des erhöhten Risikos beim Aufschlag tat Schwerin Stuttgart nicht den Gefallen wie im „Hinspiel“, ordentlich viele Aufschlagfehler einzustreuen. So sah sich Stuttgart aufgrund der, man muss es so sagen, Dominanz von Schwerin bald uneinholbar mit 24:14 hinten. Der letzte Punkt konnte dann nur einer gehören: Erneut Anja Brandt, die zusammen mit Lonneke Sloetjes einen Angriff von Renata Sandor blockte.
 
Guillermo Hernandez musste reagieren, zu sehr kam sein Team inzwischen unter die Räder. Er brachte Jelena Wlk auf Außen und ließ selbst volles Risiko im Aufschlag gehen. Das führte im vierten Satz immerhin dazu, dass die beiden Teams wieder einigermaßen auf Augenhöhe agierten. Trotzdem wirkte Schwerin weiterhin etwas wacher, mutiger und vor allem flexibler. Aber der SSC-Spielaufbau lief jetzt nicht mehr auf 110%, das zumindest hatte Hernandez erreicht. Bis zum 15:16 konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. In dieser Phase hätte Stuttgart ab und an die Chance gehabt, klarer in Front zu gehen, aber man nutzte seine Möglichkeiten nicht konsequent, war vermutlich schon froh, den Klassenunterschied der letzten beiden Sätze überhaupt unterbunden zu haben. Mit einem Schmetterschlag aus dem Halbfeld durch Lousi Souza Ziegler, einer Netzangabe, die unglücklich auf Stuttgarter Seite reintropfte und einem Brandt/Sloetjes-Mörder-Block war der entscheidende Vorspung zum 20:17 dann plötzlich für Schwerin da – und hielt auch bis zum 24:21! Drei Matchbälle für Schwerin. Alles schien entschieden. Doch die Mannschaft für das Unmögliche ist in diesem Jahr ganz eindeutig Allianz MTV Stuttgart. Ein Aufschlagfehler des SSC, gefolgt von einer Netzberührung und einem krachenden Stuttgart-Block im dritten Schweriner Angriffsversuch brachten tatsächlich den Ausgleich. Nach einem Annahmefehler Schwerins verwandelte Stuttgart dann gleich seinen ersten Satzball mit einem krachenden Doppelblock gegen Schwerins Angriff. Allianz MTV hatte fünf Punkte in Folge gemacht und zum wiederholten Mal in diesem Jahr eine unmögliche Spielsituation umgebogen.
 
Nun war das Momentum klar auf Stuttgarter Seite, das galt es zu nutzen! Und tatsächlich: Der Schweriner SC wirkte zum ersten Mal an diesem Abend leicht verunsichert, nach einem Annahmefehler stand es 3:6. Doch die Ostdeutschen gaben nicht auf, kamen wieder auf 6:6 heran, unter anderem durch einen umstrittenen Ball, der vom Schiedsrichter zunächst für Stuttgart „in“ gegeben wurde, doch der Linienrichter überzeugte den Unparteiischen vom Gegenteil. Im Gegenzug setzte die überzeugende Jelena Wlk kurze Zeit später einen weiteren Ball knapp hinten auf die Linie, der nun tatsächlich „in“ gegeben wurde. Eine Konzessionsentscheidung? Egal, jedenfall war Stuttgart nun 6:10 vorne, es roch nun stark nach Überraschung. Auch der nächste Punkt war äußerst knapp und umstritten, ging aber an Schwerin, was Guillermo Hernandez zu einem Tobsuchtsanfall reizte und ihm eine Gelbe Karte einbrachte. Doch Schwerin stand sich nun meist selbst im Weg und schaffte es einfach nicht, näher ran zu kommen. Mit einem Lob von Renata Sandor über den ungesicherten Schweriner Block standen beim 10:14 plötzlich vier Matchbälle für Stuttgart zu Buche. Zwei davon konnte Schwerin voller Kampfgeist noch abwehren, dann versenkte Jelena Wlk über links im zweiten Angriffsversuch den Ball zum umjubelten 12:15 im Schweriner Mittelfeld. Zur MVP gewählt wurden völlig zurecht Kim Renkema und Anja Brandt.
 
Damit steht Allianz MTV Stuttgart erstmals im Endspiel um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft der Damen, der größte Erfolg der Vereinsgeschichte! Zudem kann das Team von Guillermo Hernandez als erste Mannschaft seit Schwerin 2013 das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg erringen. Stuttgart wartet nun auf seinen Endspielgegner, der am kommenden Sonntag (12. April) in einem dritten Spiel zwischen Dresden und Wiesbaden ermittelt werden muss, nachdem der VCW den Dresdner SC gestern zuhause überraschend klar mit 3:0 geschlagen hat. Die Endspiel-Serie wird dann im Modus „Best-of-5“ ausgetragen und beginnt am 18. April. Sollte sich Dresden durchsetzen, hätte der Tabellenführer der Hauptrunde zunächst Heimrecht gegen Stuttgart. Setzt sich jedoch Wiesbaden im Halbfinale durch, würde Stuttgart als besserer Hauptrundenmannschaft das erste Heimrecht obliegen. Der Ticketvorverkauf für das erste Heim-Endspiel in der SCHARRena startet deshalb frühestens wenn der Gegner am kommenden Sonntag feststeht und die Heimspiele fix terminiert werden können. Wir bitten deshalb noch um etwas Geduld und halten alle Fans hier auf der Homepage und auf Facebook auf dem Laufenden.

Quelle: Allianz MTV Stuttgart



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