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Allianz MTV Stuttgart siegt 3:2 gegen den USC Münster

Allianz MTV Stuttgart gegen den USC Münster: Ein Spiel, das in der Volleyball-Bundesliga der Damen seit Jahren Spannung und verbissenen Kampf um jeden Punkt garantiert. Und so war es auch am gestrigen Dienstag, als die Münsterländerinnen mal wieder zu Gast in der SCHARRena waren. Schon der erste, sehr lange Ballwechsel mit glücklichem Punktgewinn Stuttgart stand Pate für das, was die Zuschauer in den kommenden zwei Stunden zu erwarten hatten: Nervenkitzel pur, aber wenig Stabilität auf beiden Seiten des Netzes. Nach dem 2-stündigen Match vor 1350 Zuschauern stand dann aber Stuttgart als Sieger mit einem 3:2-Sieg (22:25, 19:25, 25:14, 25:23, 15:9) fest.
 
Zu Beginn des ersten Satzes konnte Stuttgart mit variantenreichem und genauem Zuspiel für den Außenangriff sowie konzentrierter Blockarbeit Münster dominieren. Die USC-Abwehr hatte vor allem Schwierigkeiten mit den präzisen Aufgaben von Franziska Bremer genau in die Schnittstellen der Annahme. Allerdings war Münster auch geschwächt, weil Star-Mittelblockerin Ashley Benson (Schulterverletzung) und die quirrlige Außenangreiferin Ines Bathen im USC-Aufgebot fehlten. Bis zum Stand von 20:16 ging das gut für Stuttgart und keiner zweifelte angesichts der Dominanz ernsthaft am Satzgewinn. Doch dann kam – wie schon häufiger in dieser Saison – der plötzliche Einbruch, nichts funktionierte mehr und Münster bekam Oberwasser. Fünf Punkte in Folge für Münster, etwas später noch eine Dreier-Serie und ein Stuttgarter Aufschlagfehler zum 22:25 besiegelten doch noch den Satzverlust für das schwäbische Team. 
 
Im zweiten Satz sollte sich das Ganze dann wiederholen, allerdings brach Stuttgart dieses Mal etwas früher ein. Zwar führte Allianz MTV schnell 3:1 und 6:3, wieder angetrieben durch Franzi Bremers Aufschlag- und Blockstärke und einigen spektakulären Rettungstaten von Svenja Engelhardt. Doch insgesamt war die Annahme einfach nicht mehr konstant genug. Münster nutzte diese Schwäche aus, wurde selbstsicherer und punktete vor allem durch Nadja Schaus (insgesamt 23 Punkte in Angriff und Block!), die sich gegen ihre ehemaligen Mitspielerinnen in Stuttgart sichtlich etwas vorgenommen hatte. Nach erneut fünf Punkten in Serie für Münster zum 13:21 war der Widerstand des Stuttgarter Teams gebrochen. Daran konnte auch die zwischenzeitlich ins Team genommene Alessandra Jovy-Heuser (noch) nichts ändern. Für die unglücklich agierende Debbie van Daelen kam Jelena Wlk (aus Stuttgarts zweiter Mannschaft). Sie sollte noch von sich reden machen … Die Mädels von Allianz MTV verloren den zweiten Satz schließlich mit 19:25, obwohl sie, nüchtern betrachtet, eigentlich die ganze Zeit über das bessere Team gewesen waren. Aber so ist eben Volleyball. 
 
Zum Glück ist Stuttgart aber nicht die einzige Mannschaft in der Liga, die Probleme mit der Konstanz in ihrem Spiel hat. Im dritten Durchgang brachte plötzlich Münster keinen Fuß mehr auf den Boden. Mit drei Mörder-Blocks von Megan Cyr und Alessandra Jovy-Heuser „entwischte“ Stuttgart Münster schon auf 12:8 und Jelena Wlk machte, nachdem sie Stabilität in die Annahme gebracht hatte, nun auch erste Angriffspunkte am Netz. Beim Stand von 15:10 brach Münster dann vollends ein und Stuttgart machte sieben Punkte in Folge darunter mehrere Asse hintereinander durch Jovy-Heuser. Ein spektakulärer Block von Franziska Bremer zum klaren 25:14 ließ die 1.350 Zuschauer in der Halle jubeln und wieder auf Punkte für die Tabelle hoffen. 
 
Viele Aufschlagfehler kennzeichneten das Match, besonders aber den vierten Satz. Insgesamt produzierte Stuttgart zwar etwas mehr Service Errors, dafür aber auch deutlich mehr direkte Aufschlagpunkte/Asse. Vielleicht wurde einfach mehr Risiko in die Aufgabe gelegt. Dadurch konnte Stuttgart erneut schnell auf 9:4 davonziehen. Getrieben von der konstant gut angreifenden Lindsay Stalzer, die sich in Stuttgart immer mehr freischwimmt, und mehreren Schmetterschlägen von Jelena Wlk, die später von USC-Trainer Büring auf Seiten Stuttgarts zum MVP gewählt wurde, schien mit 17:9 wieder einmal alles klar für Allianz MTV. Doch plötzlich war die Stuttgarter „Krise“ wieder da, Münsters Block wieder dicht und durch unnötige eigene Fehler kam der USC wieder bis auf 19:17 heran. Als es dann auf einmal 22:22 stand, mussten die Stuttgarter Fans Schlimmstes befürchten. Doch die eingewechselte sichere Aufschlägerin Pia Weiand machte den wichtigen Punkt zum 24:22. Danach gab es anstatt weiterer Spannung nur noch zwei Aufschlagfehler zu beobachten – von Weiand und Schaus – was diesem Satz ein äußerst typisches Ende bescherte. 
 
Ein Fünfsatz-Match hatte Stuttgart in dieser Saison noch nicht gewonnen. Trotzdem durfte man verhalten optimistisch sein, denn in den Gesichtern der Spielerinnen aus Münster war wenig Zuversicht zu erkennen. Dies schien auch Trainer Axel Büring zu erkennen, der während der ersten ausgeglichenen Ballwechsel immer wieder mit dem Schiedsrichter und vor allem Stuttgarts Trainer Guillermo Hernandez haderte und sein Team wohl auf diese Weise etwas wachrütteln wollte. Enge Freunde werden Büring und Hernandez wohl nicht mehr. Doch Stuttgart übernahm nun das Ruder und machte ganze sieben Angriffspunkte hintereinander, darunter ein überlegter Lob von Svenja Engelhardt über den ungesicherten gegnerischen Block und ein Killer-Block des Duos Stalzer/Jovy-Heuser. Davon erholte sich Münster nicht mehr, auch wenn man nochmals auf 11:8 herankam. Doch mit einem Angriff-Winner von Svenja Engelhardt zum 14:9 und einem nachfolgend  im „Aus“ versenkten Angriff von Münster hatte Allianz MTV das Spiel noch gedreht und die Halle in ein Tollhaus verwandelt. 
 
„Den Sieg hätten wir aufgrund unserer ständigen latenten Überlegenheit billiger haben können“, ärgerte sich Allianz-MTV-Manager Bernhard Lobmüller kurz nach dem Match am Spielfeldrand. Aber genau wie Trainer Guillermo Hernandez weiß er natürlich, was gerade ein solcher „dreckiger“ Fünfsatzsieg für Kräfte freisetzen kann. „Wir haben nicht einen Punkt verloren, sondern zwei und Selbstvertrauen gewonnen, nachdem wir ja schon zweimal 2:3 verloren hatten“, so Hernandez. „Die Zehn-Minuten-Pause vor dem dritten Satz war gut und wichtig für uns. Wir haben uns in der Abwehr neu sortiert und einfach mal geschaut, ob es mit Jelena klappt, vor allem in der Annahme. Dass Sie dann auch im Angriff noch solche Akzente setzen konnte – umso besser!“ Hernandez überreichte dann noch die silberne MVP-Medaille, völlig zurecht an Nadja Schaus.
 
Ob das auf Stuttgarter Seite neue gewonnene Selbstbewusstsein reichen wird, um auch gegen die „Großen“ der Branche Punkte einzufahren, werden die kommenden Wochen zeigen. Denn dann geht es für Stuttgart nacheinander gegen Dresden, Vilsbiburg und Wiesbaden.
 
Quelle: Allianz MTV Stuttgart



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