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London 2012: Brink/Reckermann sind Olympiasieger

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Foto FIVB: Sie sind Olympiasieger, die Besten der Welt, Legenden: Julius Brink (links) und Jonas Reckermann.

Olympisches Gold für Julius Brink/Jonas Reckermann, erster Olympiasieg für den deutschen Volleyballsport in der olympischen Historie, erstes Gold für ein europäisches Beach-Team im Beach-Volleyball: Brink/Reckermann setzten sich in einem hochklassigen, spannenden Finale mit dem Verwandeln ihres vierten Matchballs 2:1 (23-21, 16-21, 16-14) gegen die Weltmeister und Weltranglisten-1. Alison/Emanuel (BRA) durch und dürfen sich nach WM- (2009) und EM-Titel (2011, 2012) weltbestes Beach-Volleyball Team nennen. Es war nach Bronze für Jörg Ahmann/Axel Hager (2000 in Sydney) die zweite olympische Medaille für ein deutsches Team. Beach-Volleyball ist seit 1996 olympische Disziplin.

Deutsche Prominenz hatte sich eingefunden: die DVV-Männer waren da, die anderen deutschen Beach-Duos natürlich auch, DVV-Präsident Werner von Moltke, die DOSB-Spitze mit Thomas Bach oder Gewichtheber Matthias Steiner, um nur einnige zu nennen. Vom ersten Ballwechsel an war die Taktik beider Teams klar: Emanuel wurde von Brink/Reckermann mit deutschen Aufschlägen eingedeckt, auf der anderen Seite musste sich Reckermann in Annahme und Angriff bewähren. Das erste Break gelang dem DVV-Duo, als Reckermann den 39-jährigen Emanuel blockte (4-3). Auch in der Folge sind Brink/Reckermann näher dran an Breaks, doch die Brasilianer retten mit Glück und Geschick ihren Sideout (7-7). Die südamerikanischen Weltmeister sind fast bei jedem Aufschlag unter Druck und haben Probleme, doch mit ihrer individuellen Klasse und Athletik befreien sie sich immer wieder aus den nicht optimalen Situationen. Auf der anderen Seite agieren Brink/Reckermann "bombensicher" aus der Annahme, ein Line-Shot von Brink führt zum 10-10. Als Emanuel ein Angriffsfehler und anschließend ein direkter Annahmefehler unterläuft, führt erstmals in diesem hochklassigen Spiel ein Team mit zwei Zählern (13-11). Bislang versteht es das deutsche Duo ausgezeichnet, den gefürchteten Block von Alison zu umspielen, dann unterläuft Reckermann eine Annahme zu dicht an das Netz - Ausgleich (15-15). Die Führung gelingt dem Weltmeister aber nicht, weil Emanuel zwei Punktchancen nicht nutzt: Beim ersten Mal setzt er den angriff ins Aus, beim zweiten ist REckermann per Block zur Stelle - die DVV-Männer auf der Tribüne jubeln. Dann eine Mini-Schwächephase des deutschen Teams: Zunächst verpasst Reckermann die Punktchance zum 18-16, dann setzt er seinen Angriff aus der Annahme ins Aus (17-18) - erste Führung Brasilien. Beide Teams punkten weiter aus der Annahme, d.h. Satzball Brasilien (19-20). Reckermann wehrt diesen nervenstark per Diagonalangriff ab, dann holt Emanuel trotz schwacher Annahme den zweiten für sein Team. Der deutsche Blockspieler bleibt eiskalt und verwandelt im zweiten Versuch den Angriff zum abermaligen Ausgleich. Dann verzieht Emanuel weit - erster Satzball Deutschland. Und der ist es. Grundlage ist wiede der starke Service, Reckermann zieht sich in die Abwehr zurück, wehrt ab und versenkt den Angriff auf die Seitenlinie.

Nun sind die Brasilianer gefordert. Alison geht mehr Risiko im Aufschlag und serviert ein Ass (2-4). Brink punktet mit einem Angriff aus der Abwehr zum Ausgleich, ehe Alison den einen Kopf kleineren deutschen Abwehrspieler das erste Mal blockt (5-7). Eine weitere Punktchance lässt Emanuel liegen, so bleibt es nur bei dem Zwei-Punkte-Rückstand. Dann doch ein weiteres Break für Alison/Emanuel, als der Brink-Angriff von der Netzkante ins Aus fliegt. Brink bekommt nun jeden Aufschlag des Weltmeisters und ist gefordert. Als auch der nächste Zähler nicht an Team Deutschland geht, nehmen Brink/Reckermann eine Auszeit (7-11). Aber es ist ein wenig Sand im deutschen Getriebe, Reckermann wird ein Zuspiel rausgenommen. Mit 8-13 geht es in die technische Auszeit. Dann wird dem deutschen Team ein Punkt "geklaut". Die Schiedsrichter ahnden ein "viermal" auf brasilianischer Seite nicht, statt drei Zählern Rückstand sind es weiterhin fünf (9-14). Dann die Vorentscheidung in Satz zwei: Alison gelingt ein "Monsterblock" gegen Reckermann - sieben Punkte Rückstand, das ist kaum aufzuholen (10-17). Das deutsche Duo gibt trotz hohen Rückstands nicht auf und zwingt nach zwei Punkten aus eigenem Aufschlag die Brasilianer nochmals zu einer Auszeit (15-19). Wichtig ist, dass Brink/Reckermann im Spiel bleiben, um für den dritten Satz gewappnet zu sein. Denn der kommt, nachdem Brink seinen Aufschlag verschlägt und die Brasilianer diesen mit einem Fehlaufschlag von Reckermann nutzen.

Satz drei in diesem packenden, ausgeglichenen Finale muss die Entscheidung über den Olympiasieg bringen. Wer erwischt den besseren Start? Reckermann verhindert per Block das frühe Break der Brasilianer, dann macht es Brink besser, der Emanuels Angriff abwehrt und versenkt (3-2). Das Spiel bleibt eng, weil beide Teams keine Schwäche zeigen, bis Reckermann zuerst im Block aufpasst und dann die Punktchance versenkt (7-5). Die Faust von Reckermann kommt und eine Auszeit der Brasilianer. Der Ausgleich folgt prompt, Alisons Block ist die Grundlage für das 7-7 durch Emanuel. Dann packt Reckermann im Block gegen Emanuel zu, abermals Zwei-Punkte-Vorsprung für die Deutschen (9-7). Nach Angriff Reckermann fehlen dem deutschen Duo nur noch fünf Punkte zu Gold, nach einem Angriffsfehler von Emanuel gar nur noch vier bei drei Zählern Vorsprung (11-8). Der 39-jährige Super-Star zeigt Nerven und patzt erneut im Angriff - drei Punkte bis zur Unsterblichkeit. Der Vier-Punkte-Vorsprung bleibt, weil Reckermann die Punktchance von Emanuel per Block vereitelt (13-9). Plötzlich sind es nur noch zwei Punkte Führung, Emanuel punktet aus der Abwehr, Brink/Reckermann machen das einzig richtige und nehmen eine Auszeit (13-11). Reckermann behält die Nerven und verwandelt knallhart diagonal am Monsterblocker vorbei - drei Matchbälle (14-11). Brink hat aus der Abwehr den Goldball auf der Hand, die Brasilianer wehren aber ab. Es folgt eine unpräzise Annahme, auch der zweite Matchball ist weg (14-13) und dann auch der dritte,. Ass von Emanuel durch die Mitte - unglaublich. Reckermann holt den vierten Matchball und Emanuel verzieeeeeeeeeeeeeeeeeeht! Gold, Olympiasieger, Legende!

Wie aufgescheuchte Hühner laufen die beiden Deutschen auf dem Feld herum, Reckermann umarmt seine schwangere Frau Katja, bedankt sich bei Physio Jochen Dirksmeyer. Brink "spielt" mit dem Publikum, schnappt sich die Deutschlandfahne.

Brink sagte danach: "Am Ende zwei Bälle reinfallen zu lassen, da ist mir das Herz in dei Hose gerutscht, aber heute war der Volleyballgott mit uns. Als ich gezweifelt habe, hat Jonas gesagt: Komm, kühler Kopf, abhaken. Das war sehr stark von ihm und hat mir sehr geholfen."

Reckermann meinte: "Ich glaube, da brauche ich eine Weile, um mich daran zu gewöhnen, Olympiasieger zu sein. Es war ein Spiel mit Höhen und Tiefen. Es ist unglaublich. Wir hatten solche Situationen schon öfter, aber ich habe nur gesagt, das lassen wir uns jetzt nicht mehr nehmen, egal, ob sie noch ausgleichen. Wir sind seit dem Beginn des Turniers auf dem Feld in einem Tunnel. Natürlich denkt man bei 11-14 und 14-14 kurz, Scheiße, aber danach haben wir wieder kühlen Kopf bewahrt. Das Turnier kam meinem alten Körper entgegen, alle zwei Tage nur ein Spiel."

"Spielfilm"

1. Satz: 3-3, 6-6, 10-10, 14-12, 16-16, 18-18, 19-20, 20,21, 22-21

2. Satz: 2-4, 5-7, 6-9, 7-11, 8-13, 10-17, 12-19, 15-19

3. Satz: 2-2, 5-5, 7-7, 9-7, 10-8, 12-8, 13-9, 13-11, 14-11, 14-14, 15-14


Bronze geht nach Lettland

Im Spiel um Platz drei gewannen überraschend die Letten Plavins/Smedins 2:1 (19-21, 21-19, 15-11) gegen die dreifachen Europameister Nummerdor/Schuil, die damit auf dem undankbaren vierten Platz endeten. Dabei sah bei einer 8:3-Führung der Niederländer alles nach einem Zweisatzsieg des Favoriten aus. Doch die Letten, die bereits bei der WM 2011 auf Platz vier landeten und dieses Szenario in London unbedingt verhindern wollten, schafften nach einer Auszeit mit fünf Punkten in Serie prompt den Ausgleich. Das Momentum nutzten die Letten zum Satzausgleich. Im entscheidenden Satz gelangen beim Stand von 8-8 die entscheidenden Breaks gegen Schuil, der es somit verpasste, nach Karch Kiraly (Gold in der Halle und am Beach) als zweiter Volleyballer Medaillen in Halle (dort gewann er 1996 Gold) und Beach zu gewinnen. Für den Schlusspunkt sorgte ein vergebener Aufschlag von Nummerdor. Es war die erste Medaille Lettlands bei den Olympischen Spielen in London.



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