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DVV-Frauen: Guidetti-Team kassiert im letzten Vergleich mit Japan eine Niederlage – 2:3!

Die deutschen Frauen haben die Länderspielserie gegen den WM-Sechsten Japan mit einer Niederlage abgeschlossen: Im vierten Spiel gab es die erste Niederlage, vor 800 Zuschauern in Heilbronn hieß es am Ende 2:3 (22-25, 25-23, 25-14, 28-30, 16-18), nachdem die deutsche Mannschaft im vierten Satz vier Matchbälle nicht nutzen konnte. Zuvor hatte es 3:1-Siege in Tübingen und Ulm sowie ein 3:2 in Mühlacker gegeben.

Team Japan
Sieg im vierten Anlauf - beim Duell in Heilbronn siegten die Japanerinnen im Tiebreak

Punktbeste Spielerinnen in Mühlacker waren auf deutscher Seite Maren Brinker (15), Corina Ssuschke und Christiane Fürst (je 12), bei Japan punkteten Megumi Kurihara (22) und Saori Kimura (17) am besten. Das Spiel aus Heilbronn wird am 25. Juni (19.00 Uhr) in der Sendung „Fanblock“ unter www.l-tv.de in einem Beitrag zu sehen sein. Die DVV-Frauen genießen nun drei Tage Pause. Am 28. Juni trifft sich das Team in Kienbaum zum nächsten Lehrgang, dann u.a. auch Angelina Grün (Bergamo), Kerstin Tzscherlich (Dresden) und Kathleen Weiß (Schwerin), die bei den Japan-Spielen pausierten.

Bundestrainer Giovanni Guidetti begann mit Mareen Apitz im Zuspiel, Dominice Steffen auf der Diagonalposition, Christiane Fürst und Kathy Radzuweit im Mittelblock, Margareta Kozuch und Maren Brinker auf den Außenpositionen und Atika Bouagaa als Libero.
Japans Trainer Shoichi Yanagimoto ließ Yoshie Takeshita, Megumi Kurihara, Saori Kimura, Erika Arakia, Shuka Oyama, Sachiko Sugiyama und Yuka Sakurai beginnen.

Wie schon die Partien in Ulm und Mühlacker entwickelte sich eine ausgeglichene Partie. Die Zuschauer sahen zum Teil lange Ballwechsel. Während die deutschen Spielerinnen ihre Größenvorteile in die Waagschale warfen, zeigten die Japanerinnen – angeführt von WM-Superstar Yoshie Takeshita – ein schnelles und kombinationsreiches Angriffsspiel. Nach zwei ausgeglichenen Sätzen, die schwesterlich geteilt wurden, war es der deutsche Druck im Angriff und Block, der die Japaner im dritten Satz an die Wand spielte. So gelang den Japanerinnen erst beim 9-0 der erste Punktgewinn. Nach der Satzführung wechselte Guidetti munter durch, um auch die anderen Spielerinnen zu sehen. Die Folge: Der Spielfluss ging etwas verloren. Dennoch hatte der Gastgeber vier Matchbälle, ohne jedoch den entscheidenden Punkt setzen zu können. Auch ein 8-5 im finalen Satz reichte nicht aus. Die Japanerinnen gaben alles, um wenigstens einen Sieg in der Serie zu landen und wurden am Ende für ihren aufopferungsvollen Kampf belohnt.

Ausführlicher Spielbericht

1. Satz
Nach Angriff Fürst und Block Kozuch ging die deutsche Mannschaft mit 2-0 in Führung, zwei direkte Blockpunkte gegen Steffen brachten den Ausgleich (2-2). Ein Gästeangriff an die Antenne sowie ein direkter Aufschlagpunkt durch Fürst bedeuteten das 6-3. Doch Japan konterte mit einem Tip-In der 1,59 Meter großen Takeshita sowie einem Block gegen Brinker. Als die Leverkusenerin ihren nächsten Angriff ins Feld brachte, ging es mit 8-7 in die technische Auszeit. Beide Teams agierten in der Folgezeit aus der Annahme souverän, ehe Steffen aus dem Hinterfeld übertrat und Fürst den zu niedrig gestellten Pass ins Netz drückte. Als Kozuch am Block scheiterte, hatten die Japanerinnen das Spiel gedreht (10-12) – Denise Hanke kam für Apitz. Diese bediente sogleich Fürst, die verkürzte, zwei Aufschlagfehler der Japaner in Folge brachten den Ausgleich (14-14). Nach Angriffsfehler Japan sowie einem weiteren Ass von Fürst lag die DVV-Auswahl bei der zweiten technischen Auszeit mit zwei Zählern vorne (16-14). Ein weiteres Ass durch Steffen, begünstigt durch die Zurich-Netzkante, ließ Gäste-Trainer Yanagimoto eine Auszeit nehmen (18-15). Beim 20-16 kam Cornelia Dumler, die von einem 30-köpfigen Fanklub aus ihrem Heimatort Ansbach angefeuert wurde, für Brinker, Kozuch erhöhte per Angriff auf 21-17. Ein Ass von Takeshita, ein Angriffsfehler von Fürst sowie ein Missverständnis zwischen Hanke und Fürst bedeuteten plötzlich Gleichstand (21-21), ehe Fürst beim dritten Versuch punktete. Ein missratener Trickschlag von Steffen sowie ein auf die Linie geschlagener Ball von Kimura drehten das Blatt erneut und bedeuteten Satzbälle. Apitz kam nochmals zurück aufs Feld, doch Steffen scheiterte zum wiederholten Mal am Block (22-25).

2. Satz
Die deutsche Mannschaft begann mit der gleichen Startformation, bei Japan kam Italien-Legionär Takahashi aufs Feld. Ein direkter Punktgewinn per Aufschlag (Kozuch), ein Block von Brinker sowie ein Rückraum-Knaller von Kozuch bedeuteten die 5-2-Führung. Als Steffen mit ihrem Angriff an der Netzantenne scheiterte, brachte Guidetti Anne Matthes für die bis dahin glücklose Hamburgerin (5-4). Kozuch hielt den Ein-Punkt-Vorsprung durch geschicktes Blockanschlagen (8-7), dennoch war Guidetti nicht ganz zufrieden. Guten Aktionen folgten schwächere, die deutschen Spielerinnen agierten zu schwankend bis dato. Kurze Zeit später war die knappe Führung weg, Libero Bouagaa unterschätzte einen Sprungaufschlag und verbaggerte die Annahme (9-10). Der Dresdner Doppelblock Fürst/Matthes sowie ein schöner Aufsteiger von Fürst holten die Führung postwendend zurück (12-10). Doch auch diese hatte nur kurz Bestand, weil Brinker am Block von Sugiyama scheiterte und die Annahme von Kozuch zu weit geriet (13-14). Ein Angriffsfehler der Japanerin sowie ein direkter Aufschlagpunkt von Matthes (ihre Hereinnahme wirkte sich belebend aus) drehten erneut die Partie (16-14). Nach Block von Radzuweit schien es kurz so, dass sich der Gastgeber absetzen könnte, doch eine zu weite Annahme von Matthes ließ die Gegner wieder den Anschluss finden (17-16), ehe Brinker den schönsten Ballwechsel der Partie positiv abschloss (18-16). Dann punkteten die Japanerinnen zweimal in Folge: Zunächst drückte Zuspiel-Zwerg Takeshita den Ball gegen die 27 Zentimeter größere Radzuweit ins Feld, dann packte der japanische Dreierblock gegen Kozuch zu (18-18) – Auszeit Guidetti. Dumler kam für Brinker aufs Feld – die Annahme sollte gestärkt werden (19-19). Nach Übergreifen durch den japanischen Block und einen Punkt von Matthes (Block gespalten) hieß es erneut Zwei-Punkte-Führung für Deutschland und Auszeit Japan (21-19). Der Vorsprung war kurz danach wieder hin, die eingewechselte Megumi Itabashi servierte ein Ass, anschließend scheiterte Fürst am Einerblock von Sugiyama (22-23) – Auszeit Deutschland. Glück dann, als der japanische Gegenangriff um Millimeter die Seitenlinie verfehlte – Ausgleich statt Satzbälle Japan (23-23). Satzball Deutschland hieß es dann, als Fürst ein (umstrittenes) Ass erzielte, die gesamte japanische Betreuerschar war aufgesprungen. Japans Star-Trainer Yanagimoto nahm sogleich eine Auszeit (24-23). Auch der Satzball wurde mit viel Dusel verwertet: Dumler schlug auf den japanischen Block, von dort ließ sie den Ball um Zentimeter neben die eigene Seitenlinie fallen (25-23).

3. Satz
Die deutsche Mannschaft kam gut aus der Kabine, und legte einen 4-0-Blitzstart hin. Corina Ssuschke war für Radzuweit auf dem Feld, und die deutsche Mannschaft punktete weiter, Kozuch und Brinker verwerteten ihre Angriffe. Als Fürst Horai blockte, ging es mit dem seltenen Ergebnis von 8-0 in die technische Auszeit. Beim 9-0 gelang den Japanerinnen endlich der erste Erfolg, das deutsche Angriffsspiel klappte nun aber hervorragend, Brinker aus dem Rückraum und Fürst von vorne steuerten Punkte bei (11-3). Dann kamen auch die Japanerinnen etwas besser ins Spiel, vor allem die Block- und Feldabwehr stand nun besser (13-7) – Auszeit Deutschland. Die zeigte Wirkung, denn nun war es der deutsche Block, der aufmerksam war und Punkte beisteuerte (Ssuschke und Brinker), mit 16-6 ging es in die Auszeit. Beim 17-9 kommen Hanke und Steffen (für Apitz/Mattes), der längste Ballwechsel des Spiels endet mit einem Block von Brinker und viel Applaus von den Zuschauern (18-10). Beim 20-12 kamen Apitz und Matthes zurück aufs Feld, Apitz und Steffen gingen - sie hatten ihre Sache gut gemacht. Kozuch machte per Lob und lupenreinem Ass das 23-13, der Rest war nur Formsache. Brinker holte den Satzball (über Block von Takeshita), Steffen nutzte gleich den ersten per Block (25-14).

4. Satz
Heike Beier, Cornelia Dumler und Kathy Radzuweit kamen neu ins Team, Fürst, Brinker und Kozuch blieben draußen. Das nutzten die Japanerinnen, die mit 1-4 in Führung gingen. Guidetti reagierte und brachte Steffen für Matthes, die zwei Angriffsfehler produziert hatte. Ein Block von Ssuschke sowie ein Lob der Japanerinnen ins Netz – schon sah das Ergebnis freundlicher aus (4-6). Ssuschke konnte noch einen Einbeiner verwandeln – zur Auszeit hieß es 6-8. Der Rückstand vergrößerte sich, als Dumler aus dem Hinterfeld übertrat und Bouagaa einen kurzen Aufschlag nicht kontrollieren konnte (7-11). Deutschland konnte verkürzen: Apitz gelang ein Ass, Steffen ein Punkt aus dem Rückraum (11-12). Den Ausgleich vor Augen verließ Dumler der Mut, ihr Lob war leichte Beute der Asiatinnen (13-15). Dann punktete Ssuschke zweimal, zunächst ein krachender Einbeiner, anschließend ein Block mit einer Hand (15-15). Mannschaftskollegin Beier spielte anschließend mit viel Gefühl einen Roller ins gegnerische Feld, plötzlich war die Führung da (16-15). Beier schloss zwei lange Ballwechsel jeweils per erfolgreichem Diagonalangriff ab, doch die Japanerinnen blieben dran (18-18). Eine vergebenen Punktchance von Steffen sowie ein geschicktes Anschlagen von Takahashi – schon war Japan vorne (19-20). Ssuschke glich per Einbeiner aus (21-21), doch als ein Angriff von Dumler hinter dem Feld landete, drohte der Satzausgleich (21-23). Beim 22-23 wechselt Guidetti Kozuch für Apitz ein, um den Block zu verstärken, die Taktik geht auf: Der deutsche Block entschärft den Angriff, Beier setzt anschließend geschickt den Lob (23-23) – Auszeit Japan. Auch der nächste Punkt geht an Deutschland: Abwehr Bouagaa, Zuspiel Ssuschke, knallharter Diagonalangriff Beier (24-23) – Matchball und Auszeit Japan. Japans Sugiyama wehrt ab, Apitz kehrt aufs Feld zurück. Beiers Lob holt die japanische Abwehr, doch dann blockt die Dresdnerin den Gegenangriff zum zweiten Matchball (25-24). Japan wehrt erneut ab, erneut holt Beier den Matchball, dieses Mal longline (26-25). Doch die Japanerinnen beweisen Nervenstärke und gleichen abermals aus, Beier kriegen sie aber nicht in den Griff, sie holt den nächsten Matchball (27-26). Nach erneutem Ausgleich holt Sugiyama den ersten Satzball für die Gäste, Dumler wehrt mit Netzkante ab (28-28). Ssuschke vergibt einen „Elfmeter“, den Ball auf der Netzkante drischt sie ins aus, Takeshita blockt Dumler – Satzausgleich, fünfter Satz (28-30).

5. Satz
Matthes steht wieder auf dem Feld, ansonsten die gleichen Spielerinnen wie zu Beginn des vierten Satzes. Nach einem Angriffsfehler von Kimura heißt es 3-2. Ein Block von Radzuweit sorgt für das 5-3 und die erste Auszeit von Japan. Nach einem Missverständnis auf japanischer Seite, einem Longline-Angriff von Dumler sowie einem knallhartem Aufsteiger von Ssuschke wechseln die Teams bei 8-4 die Seiten. Als Ssuschke einen Gegenangriff genau in das hintere Eck platziert, nimmt Yanagimoto eine Auszeit – wenigstens das vierte Spiel will Japan gewinnen. Sugiyama, beste Japanerin an diesem Tag, verkürzt mit zwei Einbeiner auf 9-6 – Guidetti nimmt eine Auszeit. Plötzlich ist der Wurm auf deutscher Seite drin, die Japanerinnen riechen Morgenluft und kommen auf einen Punkt heran (Dumler ins aus, Lob Kurihara, 9-8). Dumler schlägt den Block an und holt den wichtigen zehnten Punkt, abermals Sugiyama verkürzt (10-9). Apitz beweist Nervenstärke und punktet mit einer Finte – Steffen und Hanke kommen aufs Feld (für Matthes und Apitz, 11-9). Nach erneutem Anschluss kommen Apitz und Matthes zurück aufs Feld, Japan gleicht aus, weil Beier ins Netz schlägt (11-11). Ssuschke – erneut energisch – punktet mit Einbeiner und wehrt anschließend so stark ab, dass Dumler aus dem Rückraum per Lob abschließt (13-11). Takahashi verkürzt erneut, dann scheitert Beier am Zweierblock, Ausgleich und Auszeit Deutschland (13-13). Als Beier ins aus verzieht, hat Japan Matchball (13-14), Brinker kommt für Beier auf die Platte. Radzuweit schlägt mit etwas Glück den japanischen Block an und gleicht aus, doch Takahashi holt mit gefühlvollem Lob erneut Matchball für Japan (14-15). Matthes gleicht im zweiten Versuch aus, Beier kehrt zurück (15-15) und verschlägt ihren Aufschlag (15-16). Doch auch Takeshita verlassen in diesem Moment die Nerven, ihr Service landet ebenfalls hinter der Grundlinie. Ein Einbeiner bedeutet Matchball Nummer vier für die Gäste, Kurihara schlägt Dumler an, die Japanerinnen bejubeln ihren ersten Sieg in der Serie (16-18).

Stimmen zum Spiel und zur Serie

Giovanni Guidetti (in deutsch!): „Ich mag es nicht, mit einer Niederlage zu enden. Aber es ist in Ordnung, zumal ich heute nach dem dritten Satz fast die gesamte Mannschaft gewechselt habe. Ich habe nicht alles getan, um zu gewinnen. Ich wollte die Spiele nutzen, um zu sehen und nicht um zu gewinnen Wir haben alle Partien ohne taktische Vorbereitung bestritten, zudem an jedem Vormittag hart trainiert. Die Spielerinnen sind müde, aber das ist nicht mein Problem.“

Shoichi Yanagimoto (Trainer Japan): „Dankeschön an die Ausrichter für die sehr gute Organisation der Länderspiele. Ich bin zufrieden mit der Serie, auch wenn sie sehr hart war. Gewinnen oder verlieren war nicht so wichtig, ich wollte Erkenntnisse sammeln. Deutschland und Japan sind sehr stark und wollen beide ganz nach oben. Ich glaube, beide können es schaffen.“

Kathy Radzuweit: „Heute und gestern waren es Kampf- und Krampf-Spiele. Man hat uns die Müdigkeit und damit verbundene Konzentrationsmängel angemerkt. Es war ein guter Start für mich, der Sommer hat ja gerade erst angefangen. Darauf kann man aufbauen.“

Corina Ssuschke: „Man muss sich immer erst an den Spielstil der Japanerinnen gewöhnen, der deutlich schneller ist als bei anderen Teams. Wir haben eine gute Serie gespielt, auch wenn die letzte Partie leider verloren wurde.“

Maren Brinker: „Es ist alles sehr neu für mich, die erfahrenen Spielerinnen haben mir aber sehr geholfen. Vor allem in der Annahme, so konnte ich mich mehr auf den Angriff konzentrieren. Für mich waren diese Spiele mit dieser schnellen Spielweise eine sehr gute Erfahrung.“

(Quelle: DVV/Thilo von Hagen)



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