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Atika Bouagaa: "Wir wollen bei der EM unter die ersten Vier"

Mit 25 Jahren gehört Atika Bouagaa schon zu den „alten Hasen“ in der Nationalmannschaft. Atika Bouagaa war bereits mit der Juniorinnen-Mannschaft bei Europa- und Weltmeisterschaften und kam 2002 in die DVV-Auswahl. Bei der WM 2002 in Deutschland belegte sie mit den DVV-Frauen den 10. Platz. Und auch bei der EM 2003 in der Türkei, bei der es die DVV-Frauen auf einen beachtlichen 3. Platz brachten, war sie mit am Ball und überzeugte als Außenangreiferin. Sie war bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen (Platz 9) und letztes Jahr bei der WM in Japan (Platz 11). Nun steht wieder die Europameisterschaft vor der Tür (20.-30. September in Belgien und Luxemburg).
Vor den vier Länderspielen gegen Japan stellte sich Atika Bouagaa einem kurzen Interview in der Sportschule Ruit.

Atika, du hast schon insgesamt 114 Länderspiele bestritten. Gehören Länderspiele für dich inzwischen zur Routine?
Atika: Länderspiele sind dazu da, um zu testen, wo die Mannschaft steht, verschiedenes auszuprobieren. Natürlich ist man etwas gelassener, wenn man schon länger dabei ist und mehrere Länderspiele hinter sich hat. Aber es kommt auch immer darauf an, was für ein Spiel man vor sich hat.

Du spielst beim USC Münster in der 1. Bundesliga und bist in der Nationalmannschaft. Wie sieht dein Trainingsalltag aus?
Atika: In der Wintersaison Bundesliga, im Sommer Nationalmannschaft. Die Vorbereitung in der Nationalmannschaft ist sehr intensiv. Wir haben viele Lehrgänge und Spiele. Bei den Lehrgängen trainieren wir zwei Mal am Tag. Wenn es Pausen zwischen den Lehrgängen gibt, bekommen wir einen Trainingsplan mit nach Hause und dort versuche ich dann auch zwei Mal täglich zu trainieren.

In der Vorbereitung zur EM habt ihr einige Turniere und Länderspiele auf dem Programm. Man gewinnt nicht jedes Spiel. Wie gehst du mit Niederlagen um?
Atika: Verlieren mag keiner. Aber es macht einen Unterschied, wo ich verliere, ob es ein Länderspiel ist, oder eine Niederlage in einer entscheidenden Phase bei einem Turnier. So eine Niederlage ist schmerzhafter. Wichtig ist, das schnell zu verarbeiten und wieder nach vorne zu schauen und sich auf das nächste Spiel zu konzentrieren. Ich bin natürlich auch kritisch mir gegenüber und schaue, wo ich etwas verbessern kann.

Das ganze Jahr Training. Wie motivierst du dich, wenn du mal keine Lust hast?
Atika: Zwischendurch gibt es immer mal wieder Pausen. Mal einen Tag frei oder ein
Wochenende, da kann man dann nach Hause fahren, zu seiner Familie und sich etwas erholen und Kraft tanken.

2004/2005 war eine harte Saison. Du warst in Italien und hattest einen hartnäckige Schienbeinverletzung (Ermüdungsbruch). Hast du da mal daran gedacht, Volleyball aufzugeben?
Atika: Das war eine schwer Zeit. Ich konnte 1,5 Jahre nicht richtig Volleyball spielen. Das hat mich natürlich schon sehr zurück geworfen. Ans Aufhören habe ich aber nie gedacht. Mittlerweile ist alles wieder gut verheilt und ich bin wieder fit. Ich habe schon letztes Jahr wieder in der Nationalmannschaft auf sehr hohem Niveau gespielt.
In der letzten Bundesliga-Saison war es nicht ganz so gut. Mir war wichtig, die Saison gut zu überstehen, dass keine neue Verletzung hinzu kommt. Das hat gut geklappt. Nun arbeite ich daran, mein Level wieder aufzubauen.

In Italien warst du nur eine Saison. Könntest du dir vorstellen, noch einmal ins Ausland zu gehen?
Atika: Ja, durchaus. Es gibt auch einige attraktive Angebote aus dem Ausland. Wohin es geht, steht aber noch nicht fest.

Du bist nicht nur Profi-Volleyballerin sondern seit letztem Jahr auch Integrationsbotschafterin des DOSB. Was sind da deine Aufgaben und wie zeitaufwendig ist das?
Atika: Ich bin eine von drei Integrationsbotschaftern. Wir wurden zunächst zu einigen Treffen eingeladen, aber leider konnte ich an den wenigsten Treffen teilnehmen, da ich mit der Nationalmannschaft sehr viel unterwegs war. Im Januar dieses Jahres habe ich dann endlich zum ersten Mal die anderen beiden Integrationsbotschafter getroffen.
Wir sollen anschauliche Vorbilder für die Jugendlichen mit Migrationshintergrund sein, zeigen, das durch Sport eine erfolgreiche Migration möglich ist und man Erfolg haben kann. Und durch diese Integration verändert sich auch der Blick auf Deutschland. Ich kann von mir selber sagen, dass ich mich durch den Sport integriert habe. Der Sport macht es leichter und schneller möglich, sich zu integrieren.
Ich werde von vielen Vereinen und Veranstaltern eingeladen, um dort eine Rede zu halten, mit Kindern zu sprechen und zu trainieren. Das macht mir sehr viel Spaß, aber leider habe ich auch einen sehr vollen Terminkalender, so dass ich nicht alle Einladungen wahrnehmen kann.

Und was sind deine persönlichen sportlichen Ziele?
Atika: Ich möchte natürlich bei Olympia wieder dabei sein und eine gute Platzierung bei der EM wäre toll. Wir wollen bei der EM unter die ersten vier zu kommen.

Vielen dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

(Interview: Sybille Baecker)



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