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Giovanni Guidetti: „Ich möchte, dass die Deutsche Damen-Nationalmannschaft bald wieder zu den TopTeams der Welt gehört.“

GuidettiSeit Mai ist Giovanni Guidetti wieder als Bundestrainer der deutschen Volleyball-Frauen in Deutschland im Einsatz. Neben einigen Lehrgängen testete er bereits beim Internationalen Turnier in Montreux seinen neuen Kader. Nun macht er mit seinen Damen Station in der Sportschule Ruit (Stuttgart), um in Württemberg vier Länderspielen gegen die japanische Nationalmannschaft auszutragen.

Guidetti kommt aus einer Volleyball-Familie. Sein Vater Adriano und sein Onkel Paolo sind bekannte und erfolgreiche Volleyball-Trainer in Italien. Adriano Guidetti hat eines der populärsten Volleyball-Bücher (pallovalo 91) in seinem Heimatland verfasst und er ließ Guidetti junior quasi schon mit dem Volleyball spielen, bevor dieser richtig laufen konnte und legte damit den Grundstein zu einer internationalen Trainerkarriere. Giovanni Guidetti trainierte in seiner Trainerlaufbahn, die er bereits mit 19 Jahren begann, verschiedene, erstklassige Mannschaften in Italien, USA und Bulgarien. Mit 23 wurde er bereits Cheftrainer des Zweitligisten Spezzano und führte sein Team schnurstracks in die erste Liga. Dies brachte ihm 1997 den Titel „Trainer des Jahres“ in Italien. Mit 34 will er nun die Deutschen Damen wieder an die Weltspitze bringen.

Herr Guidetti, Sie haben viele neue Talente in die Nationalmannschaft geholt. Wie suchen Sie nach neuen Spielerinnen?
Guidetti: Ich habe Scouts in Deutschland und Trainer, die sich umschauen und mir Vorschläge machen. Anfang Mai habe ich eine erste große Auswahl zusammengestellt.

Im Kader sind insgesamt 6 Spielerinnen vom Dresdner SC. Wie kam es dazu?
Guidetti: Warum das so ist, kann ich gar nicht so leicht beantworten. Vielleicht, weil beim Dresdner SC sehr viele gute, deutsche Spielerinnen spielen.

Wie integrieren Sie die neuen Spielerinnen in das Team?
Guidetti: Ich habe ein sehr harmonisches Team mit einem tollen Teamspirit. Die Chemie in der Mannschaft stimmt und sie wissen, dass sie sich gegenseitig brauchen. Dadurch finden auch die neuen Spielerinnen sehr leicht in die Mannschaft.

Wie sieht die Vorbereitung zur Europameisterschaft aus? Ändern Sie etwas im Verhältnis zur WM-Vorbereitung im letzten Jahr?
Guidetti: Natürlich, ich ändere jedes Jahr ein bisschen an der Vorbereitung. Ich setze andere Akzente im Spiel, denn auch das Spiel ändert sich und ich habe andere Spielerinnen.
Aber ich denke nicht, dass ich große Änderungen vornehmen muss in Bezug auf letztes Jahr und die Weltmeisterschaft. Wir haben eine gute WM gespielt. Vielleicht hatten wir manchmal ein bisschen Pech oder sind manchmal auch unter unseren Möglichkeiten geblieben. Aber wir haben auf sehr hohem Niveau gespielt, auf demselben Niveau, wie auch die anderen Teams.

Wann werden Sie entscheiden, welche Spielerinnen in den 12er Kader für die EM kommen?
Guidetti: Das entscheiden wir Mitte August.

Welche Erwartungen haben Sie an die Europameisterschaft?
Guidetti: An erster Stelle wollen wir natürlich besser abschneiden, als beim letzten Mal. (2005 Platz 11 / Anm.d.Red.) Mein Ziel ist es, unter die ersten vier Teams zu kommen. Das ist allerdings ein sehr schweres Ziel, denn die EM ist sozusagen eine kleine Weltmeisterschaft ohne Amerika und China. Wir spielen also fast auf WM-Niveau. Es wird schwer werden.

Als Volleyball-Trainer haben Sie bereits sehr große Erfolge gehabt. Was sind Ihre Ziele als Bundestrainer?
Guidetti: Ich möchte mit dem Team bei den Olympischen Spielen dabei sein und ich möchte, dass dieses Team bald wieder zu den Top-Teams der Welt gehört. Es macht mir Spaß, mit ihnen zu arbeiten und es würde mich sehr freuen, wenn wir gemeinsam dieses Ziel erreichen.

Wie gehen Sie mit Misserfolgen um?
Guidetti: Verlieren gehört zum Volleyball, es ist ein Teil davon. Natürlich ein Teil, den ich nicht besonders gerne mag und ich gebe mein Bestes, damit das so selten wie möglich vorkommt.
Es ist auch eine Frage, warum man ein Spiel verliert. Manche Spiele verliert man, weil der Gegner einfach viel stärker ist. Manchmal verliert ein Team, weil es ein bisschen Pech hat und manchmal verliert ein Team, weil es nicht richtig gekämpft hat. Letzteres sind die Spiele, die ich überhaupt nicht mag. Aber egal, warum ein Team verloren hat. Es bedeutet für mich, so schnell wie möglich wieder bei meinem Team zu sein und mit den Spielerinnen zu arbeiten und zu trainieren.

Was erwarten Sie von den bevorstehenden Länderspielen gegen Japan?
Guidetti: Just play. Ich möchte die neuen Spielerinnen testen. Wie spielen sie? Wie reagieren sie? Ich will sehen, auf welchem Level wir gerade sind. Natürlich wollen wir auch gewinnen, aber das ist bei diesen Spielen nicht das Wichtigste.

Außer Volleyball spielen Sie auch gerne Golf.
Guidetti: Ja, ich spiele sehr gerne Golf, aber ich habe leider zu wenig Zeit. Mein Handicap ist 12, aber das ist schwer zu halten ohne Training. Golf ist – natürlich nach Volleyball - der beste Sport. Es ist eine große Herausforderung an dich selbst. Du kämpfst mit dir, mit dem Court, mit deinem Kopf. Du musst dich sehr konzentrieren, sonst kannst du nicht Golf spielen.

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei den Länderspielen und der Europameisterschaft im September.

Interview: Sybille Baecker
- (Foto: Giovanni Guidetti (Markus Bechert))

4 Länderspiele Deuschland-Japan: Infos
21.06.2007 Tübingen
22.06.2007 Ulm
23.06.2007 Mühlacker
24.06.2007 Heilbronn



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