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Stefan Schneider: „Wir wollen alles versuchen, um bei den besten 16 der DVV- Rangliste zu landen“

Die Vorzeichen standen nicht gut für das Reutlinger LBS-Cup Beach Turnier am vergangenen Wochenende (16./17.06.) – am Freitag regnete und stürmte es, so dass sich große Seen um den Centrecourt bildeten und die Tribünen nur über improvisierte Holzstege zu erreichen waren. Doch das hielt die Volleyballer nicht ab, bereits am Freitag mit einem Freizeitturnier zu beginnen. Der Enthusiasmus wurde mit Sonnenschein beim A-Top-Turnier an den beiden folgenden Tagen belohnt.

Centercourt

Mit beim A-Top-Turnier in Reutlingens Innenstadt war Stefan Schneider mit seinem Partner Christian Eckenweber, die zur Zeit die BaWü-Rangliste anführen und auf einige DVV-Punkte hoffen. Am Ende kam leider nur ein hart erkämpfter vierter Platz heraus, nachdem man sich im Halbfinale gegen das Duo Stefan Schmeckenbecher / Axel Ziehte geschlagen geben musste und im kleinen Finale im dritten Satz gegen Holger Böhme und Christian Caesar verlor. Zwischen den Spielen nahm sich Stefan Schneider Zeit für ein kurzes Interview.

Stefan Schneider Stefan, in der letzten Saison hast du mit Robert Ziegler den BaWü-Meister geholt. Dieses Jahr seit ihr nicht zusammen am Start. Wie kam es zu der Entscheidung?
Stefan Schneider: Robbi ist ja auch nicht mehr der Jüngste und er hat eine Familie, um die er sich kümmern muss. Daher ist der nächste Schritt, den ich jetzt gehen will, über Baden-Württemberg hinaus, für ihn nicht möglich. Er kann es sich zeitlich einfach nicht leisten, jedes Wochenende in Deutschland herum zu fahren und Turniere zu spielen.

Und wie bist du mit Christian zusammen gekommen?
Stefan: Wir kannten uns schon von der Tour und wir haben letztes Jahr schon ein Turnier zusammen gespielt. Ich suchte einen guten Abwehrspieler. Für mich ist Christian in Baden-Württemberg eigentlich der Beste und wir kommen auch persönlich gut miteinander aus.

Plant ihr, längerfristig zusammen zu spielen?
Stefan: So was ist immer schwer zu sagen. Das ist erst einmal unser Findungsjahr, wie man so sagt. Wir gucken uns diese Saison mal an und dann werden wir weiter sehen. Aber grundsätzlich ist das nicht auszuschließen, auf keinen Fall.

Christian in Speyer, du in Rottenburg. Wann und wo trainiert ihr zusammen?
Stefan: Wir schaffen es meistens noch, Donnerstagabends und Freitagmorgens zusammen zu trainieren. Montag bis Mittwochs trainiert jeder für sich. Wenn das Turnier in der Tübinger Gegend stattfindet, kommt er zu mir und wir trainieren im Sportpark oder auch mal bei der Allianz in Stuttgart. Bei den Turnieren am Anfang der Saison in Mannheim oder Heidelberg, bin ich zu ihm gefahren. Außerdem waren wir am Anfang der Saison gemeinsam zu einem Trainingslager in Tunesien.

Wo holt ihr euch Unterstützung? Habt ihr einen Trainer oder Coach, der euch zur Seite steht?
Stefan: Nein, auf dem Niveau, auf dem wir uns bewegen, haben die wenigsten einen Trainer, so professionell sind wir noch lange nicht. Wir versuchen, uns selber zu instruieren und auch bei guten Teams mal was abzuschauen. Wir trainieren auch mit Axel und Schmeckes zusammen, wo natürlich auch einiges hängen bleibt und wir uns weiter entwickeln können. Man hilft sich gegenseitig, wenn man mit anderen Teams trainiert, gibt sich Tipps bei technischen Übungen.

Was habt ihr euch für diese Saison vorgenommen?
Stefan: Wir wollen versuchen, gleich am Anfang möglichst viele DVV-Punkte in Baden-Württemberg zu sammeln, mit dem Ziel, dass wir in die Cups reinkommen oder in die Quali, um dann auf der Smart-Beach-Tour zu spielen. Bisher lief es sehr gut, auch wenn unsere Siegesserie vom Anfang abgerissen ist (1.Platz beim A-Turnier in Heidelberg und beim A-Top in Mannheim/Anm. d. Red.). Wir sind auch relativ weit oben in der deutschen Rangliste (z.Zt. Platz 20 DVV-Team-Rangliste/Anm. d. Red.). Und mit den Turnieren in den nächsten Wochen, werden noch weitere Punkte dazukommen. Da werden wir schon an den ersten 16 kratzen und somit hat sich unser Ziel natürlich auch schon ein Stück nach oben verschoben. Wir wollen alles versuchen, um bei den besten 16 der DVV- Rangliste anzukommen. Beim Turnier in Timmendorfer Strand dabei zu sein, wäre natürlich prima. Wir wollen uns nicht damit zufrieden geben, nur in Baden-Württemberg weiter zu spielen. Wir sind in BaWü Ranglisten Erste und wollen einen Schritt weiter gehen.

Wen siehst du in Baden-Württemberg als euren härtesten Gegner?
Stefan: Schmeckenbecher/Ziehtes, das ist klar. Die beiden haben viel Erfahrung auf hohem Niveau zu spielen und sind uns einiges voraus. Es gibt aber auch andere gute Teams. Wenn man sein Niveau nicht spielt, hat man Ruck-Zuck verloren.

Du bist nicht nur Beach-Volleyballer, sondern spielst auch in der ersten Mannschaft des TV Rottenburg. Nach eurem erfolgreichen Aufstieg in die 1. Liga, spielt ihr in der nächsten Saison wieder in der 2. Liga. Wie verarbeitest du so eine harte Saison?
Stefan: Es gab zwei Punkte in der Saison, an der wir richtig zu knabbern hatten, das war einmal das Spiel gegen Leipzig, dass wir 3:0 zu Hause verloren haben. Danach war die ganze Mannschaft ziemlich down und im Keller. Die lange Auszeit durch die WM hat uns da sehr geholfen. Und nach dem verlorenen Heimspiel gegen König Wusterhausen waren wir ganz schön am Boden. Da war uns allen klar, dass, wenn nicht ein Wunder geschieht, wir absteigen werden. So gesehen hatten wir das zum Ende der Saison im Prinzip schon verarbeitet. Es war nicht so, dass die Saison war vorbei war und wir dann in ein Loch gefallen sind, sondern eigentlich waren wir mit damit schon durch.

Und wirst du in der nächsten Saison wieder für den TVR in der Tü-ARENA spielen?
Stefan: Ja, ich habe schon im Dezember letzten Jahres gesagt, das ich beim TVR bleibe. Das hat vor allem auch studientechnische Gründe. Ich studiere in Tübingen und möchte mein Studium dort auch abschließen. Außerdem ist alles in die Wege geleitet worden, um den Wiederaufstieg zu schaffen. Und es wäre toll, für Rottenburg noch einmal in der ersten Liga zu spielen.

Und wofür schlägt dein Herz stärker? Halle oder Sand?
Stefan: Das ist ganz einfach. Im Sommer für Beach, im Winter für die Halle. Nach der Hallensaison, ist man froh, wenn man aus der Halle raus ist und nach der Beach-Saison freut man sich aber auch wieder zu sechst in der Halle zu spielen.

Es ist aber auch immer eine Umstellung, oder?
Stefan: Von Halle zu Beach ist die Umstellung relativ leicht. Von Beach zu Halle ist es schon schwieriger. Vor allem, weil der Körper sich erst einmal wieder an den harten Untergrund gewöhnen muss. Da tut einem dann doch relativ schnell erst einmal wieder alles weh.

Bei so viel Volleyball – wann gibst du deinem Körper eine Chance, sich zu erholen?
Stefan: Das frage ich mich auch gerade. Als die Hallensaison zu Ende war, ging es gleich ins Beach-Volleyball-Trainingslager nach Tunesien. Die erste Woche war ziemlich locker, danach kamen vier Wochen, in denen ich nur gebeached habe und gar nicht in der Halle war, nur einmal in der Woche ein bisschen Krafttraining zwischendurch.
Jetzt ist es gerade ein bisschen viel, weil gleichzeitig schon die Hallenvorbreitung läuft. Aber wir haben im Sommer noch mal zwei Wochen frei von der Halle. Vielleicht nehmen wir da auch mal eine Auszeit vom beachen. Je nachdem, wie es läuft.

Neben Volleyball studierst du noch in Tübingen.
Stefan: Ja, das läuft irgendwie auch noch nebenher. Und es leidet durchaus ein bisschen, das kann man nicht schön reden. Ich will versuchen, nächstes Jahr Scheinfrei zu sein und dann vielleicht zum Winter mit der Diplomarbeit zu beginnen. Aber das hängt natürlich auch ein Stück weit davon ab, wie es im Volleyball weiterläuft.

Welche Zukunftspläne hast du?
Stefan: Das kann ich überhaupt nicht sagen. Ich habe meinen Plan bis nächstes Jahr: zweite Liga und der Wiederaufstieg. Danach möchte ich gerne die erste Liga in Rottenburg spielen. Wenn ich mit dem Studium fertig bin, ist eine Grundsatzentscheidung fällig. Dann bin ich 28. Gehe ich arbeiten oder versuche ich, noch ein paar Jahre als Profi Volleyball zu betreiben? Allerdings ist das im Moment noch alles sehr weit weg.

Danke für dieses Gespräch und viel Erfolg für die nächsten Turniere!

Schneider/Eckenweber
Leider hat es dieses Mal in Reutlingen nur für den 4. Platz gereicht

Bei den Damen gewannen dieses Jahr in Reutlingen übrigens das Duo Britta Büthe und Svenja Engelhardt vor Andrea Ahmann und Tanja Busch. Dritte wurde Tatjana Zautys mit ihrer Partnerin Leonie Müller.
Die Siegprämie der Herren strichen Stefan Schmeckenbecher und Axel Ziethe für sich ein, nachdem sie im Finale Burkhard Sude und Niklas Rademacher auf Platz 2 verwiesen.

Interview: Sybille Baecker



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