headerphoto

DVV-Männer - neuer Bundestrainer Raúl Lozano: „Ich sehe uns nicht sehr weit von der Weltspitze weg“

Der letzte Tag seiner ersten Deutschland-Rundreise als neuer Männer-Bundestrainer war zugleich auch der seiner offiziellen Vorstellung: Der Argentinier Raúl Lozano stand auf einer Pressekonferenz in Frankfurt/Main neben DVV-Präsident Werner von Moltke Journalisten Rede und Antwort.

Lozano über ...

Deutschland-Tour: „Über Deutschland habe ich nichts Neues raus gefunden. Ich kenne das Land schon von Reisen vorher. Deutschland hat auf allen Ebenen einen sehr hohen Standart. Insgesamt bin ich sehr stolz, Trainer der deutschen Mannschaft sein zu dürfen. Hier bedanke ich mich für das Vertrauen im Verband, mein spezieller Dank gilt dem Präsidenten Werner von Moltke und Sportdirektor Günter Hamel. Ich kenne die deutsche Mannschaft von Spielen gegen sie, das Team hat ein gutes Niveau. Aber das Niveau der Liga ist noch nicht so gut, wie ich es mir wünschen würde. Das Ziel muss auch sein, dieses Niveau zu verbessern und damit auch das Niveau der Nationalmannschaft zu steigern. Die Liga muss Lösungen finden, das Gesamtniveau zu verbessern, denn das kommt allen zu Gute. Der Liga an sich, aber auch den Nationalmannschaft, um diese zu unterstützen. Dies ist keine Frage des Geldes, sondern vieler praktischer Dinge, besonders des Trainings.
Ich werde kein genaues Ziel, spricht eine Platzierung nennen, was wir in den Jahren jeweils erreichen wollen - das ist im Sport nur sehr schwer zu sagen. Aber in Zusammenarbeit mit der Liga möchte ich unsere Mannschaft in allen Bereichen stärken - dann kommen die guten sportlichen Ergebnisse automatisch. Stelian Moculescu hat in den letzten Jahren sehr gute Arbeit für den deutschen Volleyball geleistet, und ich werde hiervon für meine Aufgabe profitieren. Ich werde in der Zukunft versuchen, noch einige Leistungsstufen mit dem Team zu steigen, wie gesagt auch in Zusammenarbeit mit den Liga-Trainern. Für die Trainer steht meine Tür auch immer offen – in jeder Hinsicht. Bei jedem Nationalmannschaftstraining können die Trainer dabei sein, das ist nur ein Beispiel für die mögliche Zusammenarbeit.

Perspektive: „Deutschland hat alle Möglichkeiten, sein Volleyball-Niveau zu steigern. Der deutsche Sportler ähnelt den polnischen oder russischen Volleyballern sehr, damit ist das schon mal eine sehr gute Grundlage. Die Basis, von der Sport-Organisation, der Struktur des Landes und den Wirtschaftsunternehmen – als potenzielle Sponsoren – ist sehr gut, dort lässt sich viel entwickeln. Aber wichtig ist es, dass man schnell sportlichen Erfolg hat, dann kommen auch die Sponsoren dazu, die das weitere Arbeiten unterstützen können. Das Gesamtinteresse muss man durch Erfolg wecken, so wie es in Polen und Russland gelungen ist, dann entwickelt sich viel. Aber grundlegend muss gesagt werden, dass Technik oder Gesamtniveau keine Frage des Budgets sind, was zur Verfügung steht. Und genau das ist auch unsere Chance.“

Teamzusammensetzung: „Ich mache noch keinem Spieler die Tür zu, bislang sind noch keine konkreten Entscheidungen gefallen. Aber jeder Spieler soll sich ganz genau überlegen, welche Prioritäten er legt. Beach-Volleyball und Hallen-Volleyball sind zwei verschiedene Dinge. Wer im Sommer Beach-Volleyball spielt, kann nicht einfach danach wieder hochklassig eine Saison in der Halle spielen. In Peking gab es nicht einen Hallenspieler, der vorher lange Beach gespielt hat. Deswegen muss man das langfristig sehen und entscheiden. Wer sich für Beach entscheidet, der muss sich dann in der Rangfolge im Hallen-Volleyball hinten anstellen. Wer nicht für die Hallen-Nationalmannschaft zur Verfügung steht, für den werde ich Ersatz suchen. Wer Profi ist, muss auch in seinem Bereich bleiben. Es fährt auch kein Formel-Eins-Fahrer parallel zu dieser Tätigkeit Motocross. Jeder sollte das Ziel haben, in der Nationalmannschaft zu spielen, das ist das höchste Ziel. Ich möchte sehr gerne mit vielen etablierten Spielern weiterarbeiten, aber genauso wichtig ist mir die Unterstützung und Einbindung von jungen, neuen Spielern.

Ziele 2009: „Das wichtigste Ziel ist die WM-Qualifikation. Erst einmal müssen wir die zweite Qualifikations-Runde im Mai schaffen und bei Erfolg steht die dritte Runde an. Beide Runden werden mit starken Gegnern besetzt sein, die Qualifikation ist demnach kein Selbstläufer, bleibt aber unsere primäres Ziel. Die EM und auch die Euroliga wird wichtig für uns werden, auch dort wollen wir gut abschneiden, aber die WM-Qualifikation bleibt unser oberstes Ziel. Langfristig wollen wir auch in der Weltliga mitspielen. Für jede Nation, die sich steigern will, ist es sehr wichtig, Weltliga zu spielen. Ich glaube auch, dass jeder Mitarbeiter aus dem DVV dort spielen will, wir müssen jetzt an den Lösungen arbeiten, um das auch umsetzen zu können. Das wird für uns alle eine wichtige Aufgabe sein, denn es ist aus sportlicher Sicht extrem wichtig, sich mit den besten Teams der Welt zu messen, so oft es möglich ist.

Sprachbarriere: „Die Verständigung wird wie fast überall im internationalen Volleyball sein – eine Mischung aus vielen Sprachen. Bei uns wird es wohl eine Mischung aus englisch und italienisch sein. Aber im Volleyball kann man sich auch sehr gut verständigen, auch wenn man nicht die gleiche Sprache spricht. Wir werden ein sehr gutes Team bilden, sodass insgesamt keine kommunikativen Probleme auftreten werden.“

Weltniveau: Es wird in den nächsten Monaten sehr viele Veränderungen in den stärksten Ligen der Welt geben. Es wird viele Wechsel bei den Spielern und Trainern geben, was sich wiederum auch auf die Nationalmannschaften auswirken wird. Für mich gibt es mit Brasilien, den USA, Italien und Russland zurzeit nur vier Teams, die vom Niveau besser sind als wir. Dann folgen in der Weltspitze sechs Teams, die ein ähnliches Niveau haben wie Deutschland. Unter diesen zehn Mannschaften werden eigentlich immer die ersten Plätze ausgespielt und es hängt von der gesamten Arbeit vorher und der Tagesform ab, wer am Ende vorne liegt. Ich sehe uns nicht sehr weit von Weltspitze weg, und das macht große Hoffung für unsere Zukunft.“

„Homework“: „Ich werde weiterhin sehr viel an Volleyball denken. Zu Hause werde ich meine all die Eindrücke von dieser Reise durcharbeiten. In Argentinien werde ich die Möglichkeiten nutzen, mir ganz viele Spiele über das Internet anzuschauen. Nach diesen Eindrücken werde ich dann meine Einladungen an die entsprechenden Spieler für die ersten Nationalmannschaftsmaßnahmen aussprechen. Ich werde zum Pokalfinale im März hier sein, mir dann noch Spiele in Italien anschauen, aber manche Spieler muss ich nicht mehr live sehen, denn von beispielsweise Schöps, Andrae oder Tischer habe ich schon sehr viele Informationen. Ich plane, ab den Halbfinals wieder in Deutschland zu sein und werde nach der Saison dann auch sofort meine Arbeit hier aufnehmen. Für mich war es aber ein sehr wichtiger Punkt, dass ich nicht 12 Monate im Jahr vor Ort sein muss. Wir haben uns vor einigen Jahren in der Familie entschieden, dass mein Sohn ein ‚normales’ Leben führen kann. Mit einem festen Wohnsitz und einem festen persönlichen Umfeld. Ich versuche soviel Zeit wie möglich zu Hause zu verbringen. Aber ich kann, auch wenn ich Zeit in Argentinien bin, mehr für die Nationalmannschaft leisten, als ein Trainer, der eine Doppelfunktion hat. Wer im Winter noch einen Verein trainiert, kann in der Zeit fast nie seine Nationalspieler sehen. Ich dagegen habe die Möglichkeit, und auch wenn ich nicht hier bin, heißt das nicht, dass ich nichts für das Team leisten kann, ganz im Gegenteil.“

Von Moltke über ...

Trainerfindung: „Wir wollten nicht zu früh in die Öffentlichkeit gehen, obwohl wir schon früh gute Anfragen von anderen Trainern hatten. Wir wollten aber jegliche Spannung vermeiden und Moculescu und das Team in Peking sehr ruhig arbeiten lassen. Wir haben natürlich die Fühler ausgestreckt und haben durch die gute Arbeit unseres Sportdirektors Günter Hamel sehr früh sicher gewusst, dass wir einen guten Nachfolger finden werden. Wichtig war uns die Gesamtqualität des Trainers, deswegen haben wir uns auch sehr viel Zeit gelassen, um am Ende die beste Wahl zu treffen. Am Ende haben wir uns für Herrn Lozano entschieden, und diese Entscheidung fiel absolut einstimmig in allen Gremien. Ich habe schon viel von Raúl Lozano gehört und kann zum jetzigen Zeitpunkt sagen, dass wir mit den Möglichkeiten des DVV den besten Mann für dieses Amt verpflichtet haben. Ich sehe da kein Problem, dass Herr Lozano über den Winter nicht hier ist, denn viel Arbeit kann er auch im Ausland für uns erledigen. Zumindest in dieser Aufbauphase ist es gut so. In der heißen Phase auf London, also zwei Jahre vorher, kann es sein, dass wir die ‚Anwesenheitszeiten’ noch mal überdenken werden, aber natürlich nur in enger Abstimmung mit Herrn Lozano.“

Ziele: „Ich schließe mich der Meinung von Herrn Lozano an, wir werden keine konkreten Ziele für die Zukunft aussprechen. Aber natürlich wollen wir bei der EM, WM und den Olympischen Spiele dabei sein und gute Ergebnisse erzielen. Zudem wollen wir versuchen, bald wieder Weltliga zu spielen - spätestens 2011. Denn wenn man sportliche Erfolge hat, ist die Gesamtarbeit viel einfacher. Generell hat Volleyball in Deutschland eine sehr gute Basis, von der Attraktivität des Sports an sich. Wir werden versuchen, mit entsprechenden Leistungen und Ergebnissen der Nationalteams diesen positiven Effekt noch zu steigern.“

Umbruch DVV: „Bis auf den Präsidenten, der nicht jünger wird, haben wir in unserem Hauptamt einen Wandel vollzogen. Die Stellen wurden mit jungen Leuten besetzt und dabei die Qualität mindestens gehalten. Dazu wird mit Jörg Ziegler ein sehr fähiger Mann unser Generalsekretär werden, was uns ebenfalls zu Gute kommen wird. Mit Giovanni Guidetti, Raúl Lozano und Jörg Ahmann haben wir drei Bundestrainer an der Spitze, die allesamt weltweit anerkannt sind. Das macht mich sehr zuversichtlich für die Zukunft unseres Verbandes und für die gesamte Sportart. Dazu werden wir weiterhin sehr viel Arbeit in unsere Jugendförderung setzen, dafür haben wir jetzt schon viele konkrete Schritte vollzogen. Das macht mich für die Zukunft des deutschen Volleyballs und des DVV sehr zuversichtlich.“

PM/DVV



Partner des VLW


VOLLEYBALL ERGEBNIS APP

Spielergebnisse und Ergebnisübermittlung in einer App - jetzt abholen und als Ergebnismelder registrieren!

PHOENIX II

Vereinsaccount, Meldung Kleinfeldmannschaften, ePass, Meldebogen, Zugang Staffelleiter
>>> https://vlw.it4sport.de

Newsletter abonnieren

Der VolleyNewsletter ist der offizielle Newsletter des Volleyball-Landesverbandes Württemberg e.V (VLW) und bringt wichtige Informationen aus der Volleyballwelt zeitnah und aktuell an alle Abonnenten.

JETZT ABONNIEREN

Veranstaltungen


Zum Event-Kalender

Rahmenspielplan

Hier geht es zum aktuellen Rahmenspielplan:
Spielbetrieb/Termine/Rahmenspielplan