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Stelian Moculescu: In Peking schließt sich der Kreis

Die Olympischen Spiele 2008 sind sein bedeutendstes und zugleich letztes Turnier: In Peking (China) nimmt Stelian Moculescu Abschied als Bundestrainer. Zugleich schließt sich ein Kreis. Schließlich hatte die Karriere des gebürtigen Rumänen in Deutschland 1972 mit den Flucht bei den Olympischen Spielen in München begonnen

Moculescu
Stelian Moculescu in Jubelpose: Bei den Olympischen Spielen würde er die deutsche Auswahl gern unter die besten Acht führen(Foto: Conny Kurth)

Der letzte Auftritt in Deutschland erfolgte ohne großen Trubel. Als Stelian Moculescu am Sonntag vor knapp zwei Wochen unmittelbar nach dem Fünfsatzsieg seiner Volleyballer die Sporthalle am Olympiastützpunkt Heidelberg verließ, um Luft zu schnappen, sagte er nur diesen Satz: „Das war mein letztes Spiel als Bundestrainer auf deutschem Boden.“ Aus und vorbei. Keine Dankesworte, keine Blumen und auch kein guter Tropfen Wein, den der 58-Jährige zuhause im nahe Friedrichshafen gelegenen Oberdorf so gerne genießt.

Es war ein stiller Moment. Ungewöhnlich für einen Mann, der sonst oft aneckt und polarisiert, weil er seine Vision vom Volleyball in Deutschland gegen alle Widerstände und mitunter kompromisslos vorantreibt. Mit großem Erfolg – nicht nur beim VfB Friedrichshafen, sondern auch bei der Männer-Nationalmannschaft, die in diesem Jahr zum ersten Mal seit 36 Jahren die Qualifikation für die Olympischen Spiele schaffte. Nach Olympia allerdings ist Schluss – zumindest als Bundestrainer.

„Für mich ist das ein schönes Gefühl, bei einem Turnier wie den Olympischen Spielen Abschied zu nehmen“, sagt Moculescu und fügt augenzwinkernd hinzu: „Ich denke, es gibt wirklich weitaus schlimmere Schicksale.“ Auch, wenn man es ihm nicht direkt ansieht: Die Vorfreude auf das bedeutendste Sportereignis der Welt ist bei Moculescu groß. Und obwohl Asien nicht gerade zu den bevorzugten Reiseregionen des Volleyballtrainers gehört, will er sich diese auch durch Hiobsbotschaften im Vorfeld der Spiele um keinen Preis vermiesen lassen. „Ich freu mich drauf und lasse alles auf mich zukommen“, sagt er.

Für Moculescu schließt sich in Peking (China) ein Kreis. Schließlich sind die Olympischen Spiele 2008 der Höhepunkt seiner Karriere in Deutschland, die 1972 begann. Mit der Nationalmannschaft Rumäniens nahm der gebürtige Kronstädter damals am olympischen Turnier in München teil, belegte Platz fünf, setzte sich dann aber von seinem Team ab und blieb in Deutschland. „Das“, sagt Moculescu rückblickend, „war die schwierigste Entscheidung in meinem Leben“.

Zunächst verschlug es ihn nach Münster. Bald schon aber landete er in München und fand hier ein neues Zuhause. Bereits als Spieler – damals übrigens als Spielmacher auf der Zuspielposition – feierte Moculescu zahlreiche Erfolge. Als Trainer knüpfte er nahtlos daran an. „Stelu“, wie er meist gerufen wird, ist der erfolgreichste Trainer Deutschlands. 14 deutsche Meistertitel, 16 Pokalsiege, zweimal Zweiter, einmal Dritter sowie 2007 Sieger in der European Champions League lautet die eindrucksvolle Bilanz. Seine erfolgreichste Zeit erlebte der Vater eines Sohnes und zweier Töchter in Friedrichshafen. Kein Wunder also, dass ihm die Bodenseeregion mittlerweile zu einer neuen Heimat und der VfB zu einer Herzensangelegenheit geworden ist, zu dessen Gunsten er im vergangenen Jahr sogar ein Angebot des italienischen Topklubs Treviso ablehnte.

Bevor Moculescu Ende August nach Friedrichshafen zurückkehrt und mit seinem Team in die Vorbereitungen auf die neue Bundesligasaison einsteigt, will er die Mission Olympia so erfolgreich wie möglich zu Ende bringen. „Wenn es gut läuft, schaffen wir es unter die besten Acht“, sagt er. Viel Respekt vor den Vorrundengegnern schwingt mit, wenn er das sagt, allerdings auch ein wenig Understatement. Vize-Weltmeister Polen, Vize-Europameister Russland, Ägypten, der EM-Dritte und Weltliga-Zweite Serbien sowie Weltmeister Brasilien sind die Kontrahenten ab dem 10. August.

Zweifellos große Volleyballnationen mit eindrucksvollen Erfolgen, aber für die deutschen Volleyballer nicht fern ihrer Reichweite wie sie in den Tests vor Beginn der Olympischen Spiele bewiesen. Gegen Bulgarien, Dritter der WM 2006, gelangen zwei Siege. Gegen die USA, Gewinner der Weltliga 2008 und Medaillenfavorit in Peking, immerhin ein 2:2-Unentschieden. „Wir sind in einer guten Verfassung und haben gesehen, dass wir mit der Weltspitze mithalten können“, sagt Moculescu, hält sich dann aber vorsichtshalber doch noch eine Hintertür offen. „Rückschlüsse auf das olympische Turnier allerdings würde ich daraus überhaupt nicht ziehen.“

PM/VfB



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