headerphoto

VfB Friedrichshafen: Nationalspieler Pampel wechselt nach Russland / Grozer kommt an den Bodensee

Nach Jochen Schöps wechselt mit Christian Pampel ein weiterer deutscher Nationalspieler vom VfB Friedrichshafen nach Russland. Der Diagonalangreifer spielt in der kommenden Saison für den Superligisten Gazprom-Jugra Surgut im fernen Sibirien

Pampel
Schmettert in der kommenden Saison nicht mehr Friedrichshafen, sondern in Russland: Christian Pampel (Foto: Conny Kurth)

Nun ist raus: Nationalspieler Christian Pampel wird in der kommenden Saison nicht mehr das Trikot des VfB Friedrichshafen tragen. Der 28-Jährige hat zwar noch einen laufenden Vertrag beim aktuellen Deutschen Meister und Pokalsieger, machte aber von einer Ausstiegsklausel Gebrauch, die ihm einen Wechsel ins Ausland ermöglicht. Statt für Friedrichshafen wird Pampel ab Herbst im fernen, fünf Flugstunden entfernten Sibirien für den russischen Superligisten Gazprom-Jugra Surgut schmettern.

„Es war ein sehr schönes Jahr in Friedrichshafen. Ich wäre gerne geblieben, aber ich kann nicht“, sagt er. „Ich kann nur noch ein paar Jahre Volleyball spielen. Die muss und will ich nutzen. Letztendlich ist es eine Frage des Geldes.“ Mit den reichen Klubs aus Russland kann der VfB Friedrichshafen in finanzieller Hinsicht nicht mithalten. Schließlich beginnen hier die Gehälter für Auslandsprofis bei 200.000 Euro pro Jahr und reichen bis in die Höhe von 600.000 Euro. Das wiederum entspricht dem Etat von so manchem deutschen Erstligisten.

„Natürlich ist es schade, dass Christian uns wieder verlässt“, sagt VfB-Cheftrainer Stelian Moculescu. „Aber ich habe volles Verständnis. Bei so einem Angebot muss er einfach zusagen.“ VfB-Manager Stefan Mau sieht das Positive: „Innerhalb von zwei Jahren haben mit Jochen Schöps und Christian Pampel zwei unserer Spieler den Sprung nach Russland und damit eine der besten Ligen der Welt geschafft. Das ist eine Auszeichnung für unsere Arbeit.“

Ohnehin sind die Volleyballer vom VfB Friedrichshafen schon seit Jahren echte Exportschlager. Von keinem anderen Bundesligisten haben so viele Spieler den Sprung in die europäischen Profiligen geschafft wie vom Klub am Bodensee. Vor fünf Jahren beispielsweise wechselten Björn Andrae, Nobert Walter und Pampel drei deutsche Nationalspieler nach Italien, um sich dort mit den besten Volleyballern der Welt zu messen. Im vergangenen Jahr zog es mit Sebastian Schwarz, Simon Tischer und Jochen Schöps drei weitere Deutsche ins Ausland. Schwarz unterschrieb in Italien, Tischer in Griechenland und Schöps in Russland. „Für Spieler, die in Friedrichshafen spielen, führt der Weg oft ins Ausland“, sagt Mau. „Ein Wechsel innerhalb der Bundesliga ist ein Rückschritt.“

Was Pampel in Russland erwartet, weiß er noch nicht so recht. Bisher ist ihm nur bekannt, dass mit Igor Choulepov ein ehemaliger russischer Nationalspieler ebenfalls für seinen neuen Klub, der in der vergangenen Saison in der Meisterschaft den achten Platz belegte, aufschlägt. Dafür holte er sich Ratschläge von Ex-Häfler Schöps, der seit der vergangenen Saison für das russische Spitzenteam Odintsovo spielt. „Ich habe seine Stimmung das ganze Jahr über verfolgt. Am Anfang ging es ihm nicht gut, aber am Schluss hatte er sich eingelebt“, sagt Pampel. „Das hat mich in meiner Entscheidung beeinflusst. Ich denke mir: Wenn Schöpsi in Russland klarkommt, schaffe ich das auch.“




grozer jun. Spektakulärer Wechsel: Nationalspieler Georg Grozer junior kommt vom Moerser SC zum VfB Friedrichshafen und tritt damit die Nachfolge von Christian Pampel auf der Diagonalposition an. Grozer unterschrieb beim VfB einen Vertrag für zwei Jahre. Er ist der zehnte Spieler im Häfler Aufgebot für die Saison 2008/2009

Da spielte er noch auf der anderen Seite des Netzes: ab kommender Saison steht Georg Grozer jun. für den VfB Friedrichshafen am Netz (Foto: M. Bechert)

Den Machern vom VfB Friedrichshafen ist ein echter Überraschungscoup geglückt – und das noch dazu in kürzester Zeit. Schon kurz nachdem Nationalspieler Christian Pampel bekannt gab, den Klub vom Bodensee in Richtung Russland zu verlassen, können sie einen spektakulären Wechsel verkünden und damit einen Nachfolger auf der Diagonalposition präsentieren: Georg Grozer junior wechselt vom Moerser SC nach Friedrichshafen und unterschrieb hier einen Vertrag für zwei Jahre.

„Nachdem Georg schon sechs Jahre in Moers gespielt hat, war es noch mal einen Versuch wert, ihn nach Friedrichshafen zu holen“, sagt VfB-Cheftrainer Stelian Moculescu und ist sichtlich froh über die Neuverpflichtung. „Ich freue mich wirklich sehr, dass er kommt.“ Vorfreude ist auch bei Grozer selbst zu spüren. „Das ist eine super Sache und eine große Chance für mich“, sagt der gebürtige Ungar, der vor zwei Jahren die deutsche Staatsbürgerschaft annahm, und fügt hinzu: „Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Moers mich gehen lässt. Für den Verein ist das sicher nicht einfach. Dankeschön.“

Mit Grozer verpflichtete der VfB einen Spieler, der trotz 29 Einsätzen für die ungarische Nationalmannschaft, elf Länderspielen mit der deutschen Auswahl sowie sechs Jahren Erfahrung in der 1. Liga noch immer als roher Diamant gilt. Vor allem zwei Dinge zeichnen den Zwei-Meter-Hünen aus: eine unglaubliche Handlungshöhe verbunden mit einer enormen Schlagkraft. Beides Attribute, die schon seinen Vater Georg Grozer senior ausmachten und in den 90-er Jahren zu einem der weltbesten Angreifer werden ließen. „Athletisch ist Georg gewaltig“, sagt Moculescu. „Es gibt nur ganz wenige Spieler, die solche Voraussetzungen mitbringen.“

Da Grozer zudem Ballgefühl besitzt und erst 23 Jahre alt ist, scheint eine große Zukunft vor ihm zu liegen. „Er hat noch sehr viel Potenzial“, ist sich Moculescu sicher. „Es wird ihm gut tun, etwas anderes als Moers zu sehen. Hier in Friedrichshafen wird er wertvolle Erfahrungen sammeln.“ Grozer sieht das genauso. „Ich komme nach Friedrichshafen, um zu lernen“, sagt er. „Es gibt noch so viele Dinge, die ich verbessern muss: im Angriff schnellere Bälle spielen, konstanter aufschlagen, mich in Block und Abwehr besser postieren – eigentlich von allem ein bisschen.“

Dem Abenteuer Champions League fiebert er entgegen. „Ich kann mir überhaupt noch nicht vorstellen, wie es ist, dort zu spielen“, verrät Grozer und wünscht sich außerdem, dass ein großer Traum endlich in Erfüllung geht. „Seitdem ich in Deutschland bin - und das sind nun schon sechs Jahre – träume ich davon, die Deutsche Meisterschaft oder den DVV-Pokal zu gewinnen. Ich hoffe, dass das in Friedrichshafen klappt.“ Wann für Grozer, der zusammen mit Gattin Violetta und Töchterchen Leana an den Bodensee zieht, das Kapitel Friedrichshafen mit seinem Umzug definitiv beginnt, ist noch nicht klar. Zunächst ist der Volleyballer mit der DVV-Auswahl bei der European League im Einsatz.

Grozer ist der zehnte Spieler im Aufgebot des VfB Friedrichshafen für die Saison 2008/2009. Folgende Spieler stehen bislang fest: Joao José, Juliano Bendini und Marc Honore (Mittelblock), Robert Hupka und Lukas Divis (Außenangriff), Lukas Tichacek und Lukas Kampa (Zuspiel), Georg Grozer (Diagonal), Markus Steuerwald und Thomas Kröger (Libero).

Kurzsteckbrief Georg Grozer junior
geboren: 27. November 1984 in Budapest (Ungarn)
Größe: 2,00 Meter
Nationalität: deutsch
Familienstand: verheiratet, eine Tochter
Hobbies: Familie, Pokern, mit meinem Hund spazieren gehen
Position: Diagonalangriff
Vorherige Vereine: Kaposvar, Dunaferr, Vasas Budapest (alle in Ungarn), Moerser SC
Erfolge: 2005 3. Platz Deutsche Meisterschaft, 2006 und 2007 2. Platz DVV-Pokal, 2007 5. Platz EM

PM/VfB



Partner des VLW


VOLLEYBALL ERGEBNIS APP

Spielergebnisse und Ergebnisübermittlung in einer App - jetzt abholen und als Ergebnismelder registrieren!

PHOENIX II

Vereinsaccount, Meldung Kleinfeldmannschaften, ePass, Meldebogen, Zugang Staffelleiter
>>> https://vlw.it4sport.de

Newsletter abonnieren

Der VolleyNewsletter ist der offizielle Newsletter des Volleyball-Landesverbandes Württemberg e.V (VLW) und bringt wichtige Informationen aus der Volleyballwelt zeitnah und aktuell an alle Abonnenten.

JETZT ABONNIEREN

Veranstaltungen


Zum Event-Kalender

Rahmenspielplan

Hier geht es zum aktuellen Rahmenspielplan:
Spielbetrieb/Termine/Rahmenspielplan