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Engagiert im Ehrenamt - VLW-Ehrenpräsident Jörg Schwenk: „Verantwortung übernehmen, aktiv mitgestalten“

Jörg Schwenk Für die Württembergischen Volleyballer ist der Name Jörg Schwenk untrennbar mit dem Volleyball-Sport verbunden. Annähernd 40 Jahre war Jörg Schwenk aktiver Funktionär des Volleyball-Landesverbands Württemberg. Von 1970 bis 2002 war er Vorsitzender und Präsident des Verbandes und ist heute Ehrenpräsident des VLW. Parallel dazu war er 25 Jahre in Ämtern des Deutschen Volleyball-Verbandes, davon 15 Jahre als Vizepräsident und 1990 und 1991 als geschäftsführender DVV-Präsident. Seit 1995 ist er Ehrenmitglied des Deutschen Volleyball-Verbands und noch immer arbeitet Jörg Schwenk in der DVV-Satzungskommission aktiv mit.

Für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement wurde Jörg Schwenk mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet (Foto: Sybille Baecker)

Neben seinem Einsatz für den Volleyballsport ist Jörg Schwenk auch in vielen Funktionen in anderen Organisationen ehrenamtlich tätig. So ist er Vorsitzender des Landesausschuss zur Förderung des Leistungsport (LAL) des Landessportverbandes Baden-Württemberg, außerdem ist er Mitglied des LSV-Präsidiums, Vorstands-Mitglied der Stiftung Olympianachwuchs Baden-Württemberg und Vorsitzender der Stiftung Soziale Hilfe. Auch war er 21 Jahre im Bundesvorstand des Württembergischen Landessportbundes (WLSB), davon 6 Jahre als Vizepräsident, um nur einige seiner vielfältigen Tätigkeiten zu nennen.

Im Dezember letzten Jahres wurde Jörg Schwenk am Tag des Ehrenamts das Bundesverdienstkreuz am Bande von Ministerpräsident Günther Oettinger im Neuen Schloss in Stuttgart überreicht. Das Bundesverdienstkreuz ist eine Auszeichnung für Jörg Schwenks jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement. Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und aktiv mitzuarbeiten macht ihn zu einem viel gefragten Funktionär und zu einer wertvollen Stütze des Sports in Baden-Württemberg und Deutschland. In einem Interview äußerte sich Jörg Schwenk zu seiner Auszeichnung und seiner ehrenamtlichen Tätigkeit.

Herr Schwenk, was bedeutet die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes für Sie? Und welche Bedeutung sehen Sie in dieser Auszeichnung für den Sport?
JS: Sie ist eine Bestätigung für das, was ich gemacht habe. Wenn ich zurückblicke, frage ich mich schon manchmal, ob ich mein Leben nicht etwas einseitig gestaltet habe, indem ich meine Freizeit vor allem für den Sport verwendet habe. Das ist zwar gut gelungen und die Erfolge sprechen dafür, dass ich es richtig gemacht habe. Dies hat aber auch dazu geführt, dass die Zeit für andere Dinge im Leben beschränkt war. Da fragt man sich, ob man alles richtig gemacht hat. Aber vermutlich würde ich alles wieder genauso machen.
Bei der Verleihung im Neuen Schloss in Stuttgart wurden 23 Personen aus dem ganzen Land aus allen gesellschaftlichen Bereichen für ihre Leistungen in einem Ehrenamt geehrt, wobei nur zwei Personen aus dem Sport kamen. Der Sport stand nicht im Mittelpunkt, sonst wären noch viele andere Persönlichkeiten mit ähnlichem langjährigen Engagement auszuzeichnen gewesen.

Sie sind seit 1961 ehrenamtlich in verschiedenen Funktionen und unzähligen Organisationen und Gremien tätig. Woher nehmen Sie die Zeit für diese vielfältigen Aufgaben?
JS: Seit ich im Ruhestand bin, ist es leichter geworden, die Zeit aufzubringen. Während der Berufszeit war es sicherlich sehr anstrengend und wie das letztendlich doch gelungen ist, ist im Nachhinein nicht mehr ohne weiteres festzustellen. Beruf, Familie und Ehrenamt zu vereinen, war nicht einfach und viel Freizeit blieb nicht übrig.

Und woher nehmen Sie die Motivation für Ihr Engagement?
JS: Das ist der Wille, gestalten zu wollen, aktiv mitzumachen und Dinge zu verbessern. Ich will mithelfen, die Ziele, die diese Verbände und Vereine verfolgen, zu erreichen. Dazu gehört dann auch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

Kommt es bei der Mitarbeit in verschiedenen Gremien und Organisationen nicht zwangsläufig auch einmal zu Konflikten?
JS: Eigentlich sind Querverbindungen eher nützlich. Die Vielfalt der Ämter, die sich mit der Zeit ergibt, weil man von einem ins andere kommt, erlaubt es, die gewachsenen Erfahrungen einzusetzen und viele Aspekte zu nutzen, die im Einzelnen dann wieder weiterhelfen.
Natürlich, wenn zum Beispiel im LAL (Landesausschuss zur Förderung des Leistungssports) über Volleyball-Belange zu beschließen ist, kann ich mich als Volleyballer nicht in den Vordergrund drängen und versuchen, dies oder jenes durchzusetzen. Wenn eine besondere Betroffenheit da ist, muss man sich zurücknehmen können und eine einseitige Sicht vermeiden, sonst ist so ein Amt auf Dauer nicht zu halten.

Was liegt Ihnen in Ihrer ehrenamtlichen Arbeit besonders am Herzen?
JS: Mein Interesse ist ziemlich breit gefächert. Ich will, dass die Organisationen funktionieren und dass die Finanzen stimmen. Fachlich habe ich alles durchgemacht: Schiedsrichter, Trainer, Spielverkehr, Rechtsinstanzen, aber auch Marketing, Öffentlichkeitsarbeit, Verbandsentwicklung. Was die rein sportlichen Belange betrifft, bin ich mehr und mehr in den Leistungssportbereich hineingewachsen. Hier ist alles, was ich vorher bei den Verbänden und Vereinen gemacht habe, sehr hilfreich, weil ich dadurch viele Grundkenntnisse habe, die man gerade in dem höchst komplexen Organisations- und Finanzierungsgefüge des Leistungssports benötigt.

Ehrenamtliches Engagement ist eher rückläufig. Viele Vereine haben Probleme, Nachfolger für Ehrenämter zu finden. Wie beurteilen Sie die Lage?
JS: In den Ebenen, in denen ich jetzt bin, findet man noch leichter Bewerber, weil es doch sehr interessante, verantwortungsvolle und angesehene Aufgaben sind. Aber für die Alltagsarbeit in den Vereinen ist es schwieriger, jemanden
zu finden. Hier muss von den Ehrenamtlichen unheimlich viel geleistet werden, die Anerkennung hierfür ist jedoch eher gering. Ein Problem ist auch, dass gute Leute häufig einen anspruchsvollen Beruf haben und sich darin stark engagieren. Es ist wichtig, gerade diese Leute wieder zu motivieren, sich ehrenamtlich für die Gesellschaft zu engagieren und ihr etwas zurückzugeben. Die Aufgabe der Gesellschaft ist es, Ehrenämter wieder mehr zu würdigen und zu schätzen. Die Regierung versucht mit Ehrenamtspreisen und Öffentlichkeitsarbeit darauf hinzuwirken, dem Ehrenamt die nötige Anerkennung zu verschaffen. Hier geht es ja nicht nur um das Ehrenamt im Sport sondern in vielen sozialen Bereichen. Beispielhaft nenne ich die Alten- oder Kinderbetreuung, wo es unendlich viel Bedarf gibt. Natürlich brauchen wir auch Vorbilder für ehrenamtliches Engagement, es muss vorgelebt werden und der Nachwuchs muss in diese Aufgaben hineinwachsen.

Haben Sie in all den Jahren jemals ans Aufhören gedacht?
JS: Eigentlich nicht. Natürlich ist man manchmal frustriert, wenn es irgendwo nicht läuft oder wenn gestritten wird. Aber man arbeitet trotzdem weiter und wenn man nicht allzu nachtragend ist, ist das auch schnell wieder überwunden. Den Gedanken völlig aufzuhören, hatte ich nie. Es gab immer wieder neue Aufgaben, die lockten, interessant waren und neue Motivation gaben fürs Weitermachen.

Das heißt, wir können noch lange auf Sie zählen?
JS: Das kann man so nicht einschätzen. So lange die Akzeptanz da ist und ich gewählt werde und einen Auftrag bekomme, etwas zu tun, werde ich auch dabei bleiben. Die Gesundheit muss natürlich mitspielen. Wenn alles gut läuft, kann es schon noch ein paar Jahre gehen.

Herr Schwenk, ich danke Ihnen, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch genommen haben und wünsche Ihnen weiterhin alles Gute.

Interview: Sybille Baecker



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