headerphoto

Olympia-Quali (F): Hart gekämpft, am Ende Tränen – 0:3 gegen Russland

Bis ins Halbfinale haben es die DVV-Frauen geschafft - dann wurden sie von den russischen Nationalspielerinnen geblockt - drei Sätze lang boten die DVV-Frauen Widerstand. 15:25, 23:25, 17:25 hieß das Ergebnis und bedeutete das Olympia-Aus für Guidettis Mannschaft. Während die Russinen freudestrahlend in die Kameras winkten, flossen auf deutscher Seite die Tränen. Das Publikum versuchte mit anerkennendem, lautstarken Applaus zu trösten




Die DVV-Frauen haben bei der europäischen Olympia-Qualifikation in Halle/Westfalen das „Wunder“ verpasst und sind im Halbfinale gescheitert: Gegen Weltmeister Russland setzte es vor 5.300 Zuschauern eine 0:3-Niederlage (15-25, 23-25, 17-25), damit finden die Olympischen Spiele 2008 in Peking ohne das deutsche Team statt, das sich erstmals seit 1992 nicht für das sportlich wichtigste Ereignis qualifizieren konnte. Russland trifft im Finale am 20. Januar (15.30 Uhr) auf den Sieger des zweiten Halbfinals zwischen Serbien und Polen. Punktbeste Spielerinnen waren Angelina Grün (13), Cornelia Dumler und Christiane Fürst (je 10) auf deutscher Seite, bei den Russinnen punkteten Ekaterina Gamova (23) und Liubov Shashkova (13) am besten.

Startformation Deutschland: Tanja Hart, Angelina Grün, Hanka Pachale, Cornelia Dumler, Christiane Fürst, Corina Ssuschke und Heike Beier.

Startformation Russland: Marina Sheshenina, Liubov Shachkova, Natalia Alimova, Ekaterina Gamova, Natlalya Safronova, Yulia Merkulova, Ekaterina Kabeshova

Die Stimmung im GERRY WEBER STADION war Olympia reif. Die über 5.000 Zuschauer erhoben sich vor dem ersten Punkt von ihren Plätzen und feuerten das Gastgeber-Team mit „Deutschland, Deutschland“-Rufen an. Das half zu Beginn des Auftaktsatzes, denn die deutschen Aktionen waren durchdacht und präzise. Grün, Dumler und Fürst sorgten für die ersten deutschen Punkte, nur das Aufschlagspiel funktionierte noch nicht, denn gleich drei Aufschläge verfehlten zu Beginn ihr Ziel (7-7). Dann packte das stärkste russische Mittel, der Block, erstmals zu: Ssuschke scheiterte mit ihrem Einbeiner am Doppelblock. Zwar kämpfte sich die Guidetti-Truppe nochmals heran (9-10), doch Fehler in Annahme und Angriff ließen den Favoriten davon ziehen (11-16). Zwei sensationelle Abwehraktionen von Pachale und Hart ließe die Halle nochmals laut werden, dann erstickte die überragende Gamova mit ihren Angriffen alle Hoffnungen im Keim. Auch den Satzball versenkte der 2,02 Meter große Star aus dem Rückraum.
Ein ähnliches Bild im zweiten Satz: Die deutsche Mannschaft hält zu Beginn gut mit, vor allem Spielführerin Grün punktet fleißig, auf russischer Seite halten vor allem Gamova und Shashkova dagegen. Nach einem Grün-Fehler schienen sich die Russinnen absetzen zu können (15-18), doch mit Kampfgeist und der Kulisse im Rücken kamen die deutschen Spielerinnen zurück (18-18). Dann sorgen Fehler auf deutscher Seite abermals für einen Drei-Punkte-Rückstand, den Grün per Ass und Angriff verkürzt (22-23). Nachdem Gamova die erste Satzballchance vergibt, macht sie abermals per Angriff das 2:0 nach Sätzen.
Der dritte Satz begann für die deutsche Mannschaft denkbar schlecht, weil die Shashkova-Aufschläge und Blockpunkte für zahlreiche russische Punkte sorgen (2-8). Deutschlands Trainer Guidetti hatte mit zahlreichen Wechseln (zunächst Kozuch, Weiß, dann noch Bouagaa und Radzuweit) versucht, dem Spiel noch eine Wende zu geben. Doch der russische Express ließ sich nicht mehr auf den Weg ins Finale stoppen. Ein Missverständnis zwischen Dumler und Grün beendete das Spiel und den Olympia-Traum der deutschen Mannschaft. Anschließend fließen die Tränen, während das russische Team den Finaleinzug bejubelt.

Stimmen zum Spiel


Giovanni Guidetti: „Wir haben alles versucht, aber wir hatten keine Chance. Wir haben es nicht geschafft, unser Spiel zu spielen, unser Block und unsere Abwehr existierten fast gar nicht. Im zweiten Satz hatten wir die große Chance, doch auch da haben wir zu viele Fehler produziert. Es tut mir für die Mannschaft leid, sie hat alles gegeben. Das ist eine tolle Truppe. Es war ein perfektes Spiel des russischen Teams, dazu kann man sie nur beglückwünschen. Wir sind natürlich sehr enttäuscht, dass wir nicht zu den Olympischen Spielen fahren können, aber jetzt muss ich das Team auf unser nächstes Ziel ausrichten - den Grand-Prix.“

Kathleen Weiß: „Wir sind alle enttäuscht. Wenn wir dieses Spiel gewinnen wollen, müssen wir den zweiten Satz gewinnen. Wenn bei uns alles gepasst hat, konnten wir mithalten. Man darf sich gegen Russland aber keine Schwächephasen leisten.“

Margareta Kozuch: „Es ist gegen Russland wichtig, dass der Angriff aus der eigenen Annahme steht, sonst wird es sehr schwer gegen sie. Man hat immer den Druck aus der Annahme zu punkten, weil sie ihrerseits kaum Fehler machen. Wir hatten das Feuer und den Willen und haben uns auch noch im dritten Satz über die Punkte gefreut.“

Angelina Grün, Spielführerin Deutschland: „Ein paar Tränen sind schon geflossen und es werden auch wohl noch mehr werden, schließlich haben wir das sportliche Highlight Nr. 1 verpasst. Ich denke uns hat in diesem Turnier zum einen die Erfahrung und zum anderen die Konstanz gefehlt. Das muss sich in Zukunft ändern. Wir sollten einfach viel mehr Spiele gegen hochklassige Gegner bestreiten, um langfristig auf so ein hohes Level kommen zu können, um Teams wie Russland zu schlagen.“

Giovanni Caprara, Coach Russland: „Ich bin sehr stolz auf mein Team, weil wir heute ein Glanzvorstellung gezeigt haben. Unser Wille und Einsatz war heute überragend. Wenn mein Team in einer solchen Verfassung spielt, dann wird es für jeden Gegner auf der Welt sehr schwer sein uns zu schlagen.“

Liubov Shashkova, Spielführerin Russland: „Wir hatten uns sehr genau auf dieses Spiel vorbereitet und haben es auch geschafft alles effektiv umzusetzen. Unser Aufschlag und Block war heute hervorragend und der Schlüssel zu diesem klaren, verdienten Sieg.“

Heike Beier, deutsche Nationalspielerin: „Wir hatten heute keine Chance, Russland war uns in allen Bereichen überlegen. Vielleicht wäre das Spiel anders gelaufen, wenn wir den zweiten Satz für uns entschieden hätten, aber insgesamt muss man sich eingestehen, dass Russland heute auf einem Level höher gespielt hat als wir.“

(Quelle: DVV)



Partner des VLW


VOLLEYBALL ERGEBNIS APP

Spielergebnisse und Ergebnisübermittlung in einer App - jetzt abholen und als Ergebnismelder registrieren!

PHOENIX II

Vereinsaccount, Meldung Kleinfeldmannschaften, ePass, Meldebogen, Zugang Staffelleiter
>>> https://vlw.it4sport.de

Newsletter abonnieren

Der VolleyNewsletter ist der offizielle Newsletter des Volleyball-Landesverbandes Württemberg e.V (VLW) und bringt wichtige Informationen aus der Volleyballwelt zeitnah und aktuell an alle Abonnenten.

JETZT ABONNIEREN

Veranstaltungen


Zum Event-Kalender

Rahmenspielplan

Hier geht es zum aktuellen Rahmenspielplan:
Spielbetrieb/Termine/Rahmenspielplan