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Malte Stiel: "Spielwitz, Zocken und gefordert sein"

Foto Württembergische Meisterschaften, Deutsche Meisterschaften, Europa- und Weltmeisterschaften – der neunzehnjährige Malte Stiel war schon überall dabei und stand bereits einige Male ganz oben auf dem Treppchen. Sein größter Erfolg bisher war sicherlich die Vizeweltmeisterschaft der U19 im Sommer 2007. Aber die Siege sind nicht das Einzige, was den Lauffener in den Sand zieht. „Der Spielwitz, das Zocken, das ständige gefordert sein“, erklärt Malte, ist das, was den Reiz am Beachvolleyball für ihn ausmacht.

Foto: 2007 wurde Malte Stiel Vize-Weltmeister der U19. Jetzt gehört er zum DVV-Nachwuchskader und bereitet sich als Sportsoldat auf die kommende Saison vor (Foto: FIVB)

Trotz grauem Winterhimmel wirkt Malte Stiel auch in Pulli und Jeans als ob er gerade erst vom Strand in die VLW-Geschäftsstelle gekommen wäre – ist er ja quasi auch. Er war beim Stützpunkt-Training in der Indoor-Beachanlage in Bietigheim. Beim VLW absolvierte er nach dem Abitur bis Ende Dezember 2009 ein Praktikum, bevor er im Januar als Sportsoldat seinen Dienst antrat. Das Praktikum beim VLW war ideal für ihn, so bekam er einen Einblick in die verwaltungstechnische Seite des Sports und konnte seine Arbeitszeit optimal mit seinen Trainingszeiten als Beach-Kaderathlet kombinieren. Während seines Praktikums beim VLW beschäftigte er sich mit dem Jugendbeachvolleyball der LBS Cup Serie.
In einem Gespräch erzählt der junge Sportler über seine Erfolge, seinen Spaß am Volleyball spielen und die Faszination Beachvolleyball.

Vom ersten Turnier zur Meisterschaft
Die LBS Cup Serie war es, durch die er eigentlich seine Leidenschaft für den Beachvolleyballsport entdeckte. Als 2004 ein Turnier der Serie in seiner Heimatstadt Lauffen Station machte, meldete er sich gleich in zwei Klassen an: Mit Partner Christian Geiger startete er in der D-Jugend, mit Patrick Scholz versuchte er sein Glück in der C-Jugend. „Ich war furchtbar nervös“, berichtet Malte bei der Erinnerung an sein erstes Beachturnier. „Es ist etwas anderes, bei einem Turnier gegeneinander zu spielen, als in der Freizeit.“
Da hat er recht. Es herrscht eine andere Atmosphäre, wenn ein offizieller Schiedsrichter das Spiel begleitet und Publikum am Spielfeldrand steht. Ein Sieg bekommt einen anderen Stellenwert. „Selbst bei Gegnern, gegen die man in der Freizeit vielleicht mühelos gewonnen hat, kann es passieren, dass durch die Turnieratmosphäre das Spiel kippt und es schwer wird, zu gewinnen“, beschreibt er die Herausforderung bei seinen ersten Wettkämpfen.
Die Nervosität hat ihm dennoch nicht geschadet – im selben Jahr gewann der damals Vierzehnjährige seine erste Württembergische Beachvolleyball-Meisterschaft (D-Jugend). Der Beginn einer erfolgreichen Beachvolleyball-Karriere.

Aus Freizeitsport wird Leistungssport
Mit zwölf Jahren hatte Malte Stiel mit dem Volleyball-Training im Nachbarort beim TV Hausen begonnen. Er spielte dort in der C- und D-Jugend und trainierte auch mit der 3. und 4. Mannschaft des Vereins. Bezirkskadertrainer Christian Hohmann holte ihn schließlich in den Perspektivkader des Bezirks Nord.
Beachvolleyball betrieb Malte zunächst nur als Alternative zum Hallensport, im Sommer, wenn die Hallensaison zu Ende war. Er nahm an verschiedenen Wettkämpfen der LBS Cup Beachvolleyball Serie teil und wurde dort 2006 schließlich von Landestrainer Michael Mallick zu einem Beachlehrgang des BaWü-Kaders mit Jörg Ahmann eingeladen.
Die Erfolgsserie nahm ihren Lauf. Aus einem Hobby wurde Leistungssport. Er wurde Deutscher Meister der U17 und U18 und startete auch international durch – mit einem sensationellen 2. Platz bei den Beachvolleyball Weltmeisterschaften der U19 in Myslovice (Polen) im Jahr 2007. 2009 wurde er vierter bei der U21 Weltmeisterschaft in Blackpool (England).

Spielwitz & Verantwortung
Es sind zwei Facetten, die Malte am Beachvolleyball faszinieren: Auf der einen Seite geht es im Sand viel lockerer zu als in der Halle. Der Umgang miteinander und auch mit dem Gegner ist sehr entspannt und spaßig, auch bei Wettkämpfen. Ihm gefällt die Stimmung bei den Turnieren und dass er viel draußen an der frischen Luft trainieren kann.
Auf der anderen Seite ist er im Spiel zu zweit auf dem Spielfeld auch ständig gefordert und trägt eine große Verantwortung.
„Für mich hat Beachvolleyball mehr Spielwitz, man kann mehr zocken und trägt viel Verantwortung“, erklärt Malte begeistert, und die Faszination für seinen Sport steht ihm ins Gesicht geschrieben.

„Wandern zwischen den Welten“
Neben Beachvolleyball spielt Malte zurzeit auch in der 2. Mannschaft des TV Rottenburg. Halle und Sand – geht das denn? „Es ist eine Umstellung“, räumt er ein. „Abgesehen vom Boden ist das Timing unterschiedlich und auch die Beschaffenheit der Bälle. Aber daran habe ich mich mittlerweile gewöhnt.“ Kein Wunder – diese Umstellung erlebt er im Moment fast täglich. Neben dem Kraft- und Athletiktraining trainiert Malte jeweils drei- bis viermal pro Woche in der Halle in Rottenburg und genauso oft im Sand in der Indoor-Anlage in Bietigheim.
Das Beachvolleyballspielen hat ihm aber auch einige Vorteile gebracht. „Ich habe ein besseres Spielverständnis bekommen und kann Situationen schneller wahrnehmen und besser reagieren“, erklärt Malte.

Und auch wenn ihn die Abwechslung reizt, seine Zukunft sieht er auf jeden Fall im Sand. Wir sind gespannt, bei welchen Meisterschaften wir ihn in den nächsten Jahren noch sehen und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg.
Sybille Baecker

3 Fragen an Malte Stiel zur LBS Cup Beachvolleyball-Tour: Lesen

Steckbrief:
Geburtsdatum: 02.07.1990
Geburtsort: Heilbronn
Größe: 1,91 m
Aktueller Verein: TV Rottenburg (2. Bundesliga)
Beruf: Sportsoldat
Aktiv Hallen-Volleyball seit: 2001
Aktiv Beach-Volleyball seit: 2003

Erfolge:
2009
- Platz 4 bei U21 Beach-WM (mit Armin Dollinger)

2008
- 4. Platz U19 Beach-DM
- 13. Platz U20 Beach-EM

2007
- Silber bei U19 Beach-WM
- 7. Platz U18-Beach-EM
- Deutscher Meister U18 (mit Christian Geiger)
- 5. Platz U19-DM (mit Sebastian Krause)

2006
- Deutscher Meister U17 Beachvolleyball
- div. B-Top-Turniere LBS Cup Beachvolleyball (1. und 2. Plätze)

2005
- LBS Cup Beachvolleyball: Platz 5 C-Jugend (mit Christian Geiger)

2004
- LBS Cup Beachvolleyball: Württembergischer Meister D-Jugend (mit Christian Geiger) und
Platz 5 C-Jugend (mit Patrick Scholz)



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