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DVL-Geschäftsführer Thorsten Endres zur Lage auf dem TV-Sektor

In Deutschland hat die Bundesliga der Männer ihren Spielbetrieb aufgenommen. Volleyball-Fans sehnen sich naturgemäß nach bewegten Bildern von den Spielen, müssen sich aber noch gedulden. Vorerst wird es keine Live-Übertragungen auf Spobox mehr geben. Thorsten Endres, Geschäftsführer der Deutschen Volleyball-Liga (DVL), spricht im Interview über die Trends in der Medienlandschaft und die Chancen, Volleyball auch im TV erleben zu können.

Herr Endres, lesen Sie die Einträge und Kommentare von Volleyball-Fans in den einschlägigen Gästebüchern und Fanforen?
Endres: Ehrlich gesagt habe ich es mir abgewöhnt, Internet-Gästebücher zu lesen, da diese Plattformen allzu oft von einigen wenigen benutzt werden, um einseitige Meinungsmache zu betreiben. Nichtsdestotrotz verfolgen wir in der DVL die Diskussionen und Kommentare der Fans. Es ist uns nicht entgangen, dass dort momentan das Thema TV-Berichterstattung intensiv diskutiert wird. Das finde ich sehr gut und absolut nachvollziehbar. Wer will nicht Bilder von den Auftritten unserer Nationalmannschaft und von den Stars aus der Bundesliga im Fernsehen oder Internet-TV sehen? Das ist unser aller ureigenstes Bestreben.

TV-Verhandlungen sind seit jeher ein Gebiet, bei dem Fingerspitzengefühl angesagt ist. Wird bei den öffentlichen Diskussionen nicht auch Porzellan zerschlagen?
Endres: Fingerspitzengefühl steht da für mich an nach geordneter Stelle. Zunächst einmal ist das Thema Fernsehpräsenz äußerst komplex und vielschichtig. Da wir die fehlende Berichterstattung von der Weltmeisterschaft als DVL kaum beeinflussen können, möchte ich mich hierzu auch nicht äußern. Das ist Sache der Rechtehändler des Weltverbandes und der nationalen TV-Sender sowie IP-TV Anbieter. Unsere Bemühungen konzentrieren sich auf die Spiele der Bundesliga. Das ist schwer genug. Auch hier geht es um diverse Rechte, Rechteinhaber, Verwertung und letztlich auch um Geld. Denn von irgendjemandem muss das Bildmaterial produziert werden.

Sportarten wie Handball und Basketball haben Titel wie Welt- und Europameister vorzuweisen. Ist Volleyball auch in der Situation, Forderungen stellen zu können?
Endres: Forderungen darf man immer stellen. Wenn wir damit aufhören würden, könnten wir den Laden gleich dicht machen. Die sportlichen Leistungen der Nationalmannschaften und die Ergebnisse sind doch da. Immerhin zählen sowohl die Frauen als auch die Männer zu den Top Teams der Welt, auch wenn der ganz große Wurf noch fehlt. Aber wir verändern nun einmal nicht die Medienlandschaft und das Zuschauerverhalten in Deutschland. Wir müssen weiter an unserem Produkt arbeiten. Jammern hilft nicht weiter.

Warum tun sich andere Volleyball-Nationen leichter, ihren Sport ins Fernsehen zu hieven?
Endres: Weil es dort einen Sender oder einen Investor gibt, der für Rechte und Produktionen Geld zahlt. So einfach ist das!

In der letzten Saison war die DVL mit 52 Live-Übertragungen und Reichweiten von 1,7 Millionen gut aufgestellt. Stärkt das die Verhandlungsposition?
Endres: Das war ein guter Anfang, wenngleich noch Potenzial nach oben vorhanden ist. Mit der Nachverwertung in den öffentlich-rechtlichen Sendern haben wir 68 Millionen Menschen erreicht. Das sind gute Zahlen, die aber mit Blick auf Live-Übertragungen in der Saison 2010/2011 bislang zu nichts Zählbarem geführt haben.

Was ist für die neue Spielzeit der Bundesligen zu erwarten?
Endres: Wir hätten gerne die Kooperation mit Spobox weitergeführt. Das war ein tolles Produkt. Leider wurde der Vertrag in der bestehenden Form von Spobox gekündigt. In den letzten Monaten haben wir gemeinsam einen Partner gesucht, der sich mit Spobox an den Produktionskosten beteiligt. Zwischenzeitlich sehr vielversprechende Gespräche sind leider kürzlich ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Eine finanzielle Beteiligung der Vereine in Form eines Produktionskostenzuschusses kommt nach internen Überlegungen und Diskussionen in der aktuellen Konstellation nicht in Frage. Von daher sieht es so aus, dass es vorerst keine Live-Übertragungen auf Spobox geben wird.

Ergo ist die DVL auf der Suche nach Alternativen?
Endres: Das waren und das sind wir. Natürlich haben wir verschiedene Alternativen und Sender geprüft und angefragt. Zudem laufen aktuell noch Gespräche. Ob diese kurzfristig zu einer Live-Übertragung in dieser Saison führen, vermag ich derzeit nicht zu sagen.

Ist das Internetfernsehen die Zukunft?
Endres: Auch wenn natürlich jede Sportart danach strebt, im herkömmlichen Fernsehen gezeigt zu werden, verschwimmen die Grenzen zunehmend. Wenn man sich sowohl die technische Entwicklung als auch die Zuschauergewohnheiten in den vergangenen Jahren anschaut, dann geht die Richtung klar hin zum IP-TV.

Auf der DVL-Website gibt es eine Übersicht der Sender, die die Rechte für die Nachberichterstattung erworben haben. Ganz schwarz wird die Mattscheibe also nicht bleiben.
Endres: Natürlich nicht. Ich habe bereits die Nachverwertung auf den öffentlich-rechtlichen Sendern angesprochen, die durch den Vertrag mit der SportA auch für die aktuelle Saison sichergestellt ist. Dazu kommen die zahlreichen lokalen und regionalen Sender, die wir in den vergangenen Wochen, parallel zu unseren Bemühungen um eine Live-Präsenz, lizenziert haben. Die Berichterstattung dieser regionalen Sender ist für unsere Vereine eine wichtige Basis. In diesem Bereich haben die Klubs sehr gute Arbeit geleistet und interessante Medienkooperationen auf regionaler Ebene geschlossen. Auch wenn wir momentan keine nationale Live-Übertragung anbieten können, sind die Vereine und die DVL medial präsent. Wir werden weiter hart daran arbeiten, die Situation zu verbessern.

PM/DVL



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