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2. Ballspielsymposium am 15./16.10.2004 in Karlsruhe

Thema: Erziehung durch Sport

IOC-Mitglied Dr. Thomas Bach als Hauptredner beim „2. Ballspiel-Symposium“ am 15./16. Oktober in Karlsruhe

Einmalig in Deutschland - Interessant insbesondere für Trainer, Übungsleiter und Lehrer - Zehn Fachverbände in Ba-den-Württemberg diskutieren in der Europahalle über die Zukunft der Sportarten Fußball, Handball, Volleyball und Basketball – Teilnehmerbeitrag mit € 30 (bzw. € 15 für Jugendliche) bewusst niedrig gehalten – Demonstrationswett-bewerb Rugby – Veranstaltung wird unterstützt durch EU-Projekt „Europäisches Jahr der Erziehung durch Sport 2004“


Noch etwas mehr als zwei Monate, dann starten zehn baden-württembergische Fachverbände mit einer 2. Auflage einer Veran-staltungsreihe, die es in sich hat. Nach dem tollen Erfolg des 1. Ballspiel-Symposiums im November 2002 planen die Fußballer, Handballer, Volley- und Basketballer des Landes nunmehr am 15./16. Oktober eine zweite Auflage durchzuführen, um über die Gegenwart und Zukunft dieser Ballsportarten zu beraten, zu informieren und zu diskutieren. Hauptredner ist dank der guten Bekanntschaft zu Basketball-Präsident Dieter Schmidt-Volkmar der noch bis zum Ende der Olympischen Spiele in Athen amtie-rende IOC-Vizepräsident und frühere Fecht-Olympiasieger Dr. Thomas Bach. „Das ist eine ganz tolle Sache, was die Ballsport-verbände da in Karlsruhe organisieren und in seiner Form einmalig. Gerne werde ich kommen und habe extra eine Auslandsrei-se abgesagt, um die Veranstaltung zu besuchen“, so Dr. Thomas Bach.
Weitere Informationen, insbesondere Anmeldeflyer, sind bei den Fachverbänden ab sofort zu erhalten bzw. sind nun auch über die stets aktualisierte Homepage www.ballspiel-symposium.de herunter zu laden.

Exklusiv-Interview mit dem deutschen Mitglied des IOC und früheren Fecht-Olympiasieger Dr. Thomas Bach im Vorfeld des 2. Ballspiel-Symposiums in der Fächerstadt:

Nur drei Olympiaden hat Thomas Bach gebraucht, um als früherer Goldmedaillengewinner im Fechten auch auf dem Parkett der internationalen Sportpolitik Karriere zu machen. Seine Arbeit im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) nahm der promovierte Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim 1992 bei der IOC-Session vor den Winterspie-len in Albertville auf. Vier Jahre später, vor den Sommerspielen in Atlanta, wurde Bach in die Exekutive gewählt. Wie-derum vier Jahre weiter, 2000 in Sydney, stieg er noch eine Stufe höher: die Wahl zum Vizepräsidenten machte den Juristen zum weltweit ranghöchsten und einflussreichsten deutschen Sportfunktionär. Ungeachtet seines anerkannten olympischen Arbeitserfolgs wollten es die IOC-Regeln, dass Bach nun aber erst einmal für zwei Jahre als Regierungs-mitglied pausiert und als „einfaches Mitglied ins Plenum zurückkehrt“. Anlässlich des 2. Ballspiel-Symposiums am 15./16. Oktober in Karlsruhe wird Dr. Thomas Bach ein Hauptreferat halten. Zuvor sprach Joachim Spägele exklusiv mit dem IOC-Mitglied.

Herr Dr. Bach, Sie sind der Hauptreferent beim Ballspiel-Symposium in Karlsruhe. Herzlichen Dank für Ihre Zusa-ge, aber verraten Sie uns, wie kam es dazu?

Dr. Bach: Dieter Schmidt-Volkmar, der Präsident des Basket-ballverbandes Baden-Württemberg, hatte mich vor einigen Wochen angesprochen. Wir kennen uns seit Jahren, ja fast Jahrzehnten aus der Zeit, als ich noch aktiv gefochten hatte. Ich habe gerne zugesagt, musste zwar andere Termine ver-schieben, so fliege ich erst wenig später nach Südamerika, aber ich komme gerne nach Karlsruhe.

Dies ist die zweite Veranstaltung dieser Art, und es ist zweifellos bemerkenswert, dass zehn Ballspielverbände aus Baden-Württemberg sowie als Gast Rugby es ver-stehen, gemeinsame Sache zu machen.

Dr. Bach: In der Tat, das ist eine tolle Sache und nicht einfach zu organisieren. Mir ist auch aus dem Stegreif nicht bekannt, dass es eine Veranstaltung in dieser Konstellation bereits einmal gegeben hat.

Ihr Referat lautet: „Der Beitrag des Sports zur Bildung und Erziehung“. Im Vordergrund jeglicher Diskussionen, nicht zuletzt bei Olympia, stehen Leistung und maximaler sport-licher, nicht selten auch gepaart mit sportlichem Erfolg. Wie passen Bildung und Erziehung in diesen Kontext?

Dr. Bach: Über was ich im Detail referieren werde, das weiß ich noch nicht genau. Natürlich steht bei Meisterschaften, und nicht zuletzt auch bei Olympia, der absolute Erfolg im Vordergrund. Doch auch dieser sollte nur erzielt werden durch ein Einhalten des Regelwerks, des Fair Play, aber auch das muss gelernt sein. Der junge Sportler muss in diese Richtung hin geführt werden, Sport ist ein wichtiger Beitrag zur Selbstverwirklichung, ein großer Sozialisationsfaktor. Deshalb widersprechen sich Bildung und Erziehung im Sport sowie größtmöglicher Erfolg in keinster Weise.

Sie waren jahrelang ein erfolgreicher Fechter, sieht man einmal vom Mannschaftsfechten ab, betrieben Sie eine Individualsportart. Ballspiele sind Mannschaftsspiele.
Welchen Stellenwert nehmen für Sie die Ballsportarten ein?

Dr. Bach: Einen sehr hohen. Jede Sportart hat ihre Reize, Einzelsportarten, in denen jeder auf sich alleine gestellt ist genauso wie Mannschaftssportarten. Im übrigen war ich in jungen Jahren ein begeisterter Fußballer, dann Tennisspieler. Man kann die Sportarten schlecht miteinander vergleichen, aber der Vorteil der Mannschaftssportarten ist eindeutig der, dass bereits Kinder und Jugendliche in ganz besonderer Art und Weise Teamfähigkeit lernen. Und das ist auch über den Sport hinaus sehr wichtig.

Bei Olympia waren zuletzt die Ballsportler, allen voran Handball und Hockey, aber auch die Fußballfrauen, sehr erfolgreich. Vor Jahren war das nicht der Fall. Haben wir es hier mit automatischen Zyklen zu tun oder haben diese Sportarten nach Mißerfolgen in den Vorjahren durch neue Konzepte wieder aufgeholt?

Dr. Bach: Automatisch geht meines Erachtens im Sport über-haupt nichts. Ohne Konzept für die Zukunft auch nicht. Nach jedem Höhepunkt oder Tiefpunkt muss neu analysiert werden. Das haben die Handballer mit Bravour erledigt, aber auch anderen Ballsportarten wird dies gelingen. Es erfordert zum Teil Beharrlichkeit, das ist klar, aber noch einmal: ohne Kon-zept geht nichts, automatisch schon gar nichts.

Medien fordern Erfolge, Funktionäre nicht minder. Gerade im Vorfeld von Athen war dies zu verfolgen. Medaillener-wartungen und -prognosen wurden vorher haufenweise in den Ring geworfen. War nicht bereits im Vorfeld klar, dass die Australier auch vier Jahre nach Sydney und die Chine-sen vier Jahre vor Peking Topleistungen erzielen werden?

Dr. Bach: Es gehört zum Wesen des Leistungssports, dass man sich Ziele setzt, und dies möglichst hoch. Olympiaden finden nun einmal nur alle vier Jahre statt und sind ein absolu-ter Höhepunkt. Da ist es nur verständlich, dass man das Best-mögliche fordert. Sollten die Erfolge allerdings nicht eintreten, ist es wichtig, dass man dann mit kühlem Kopf analysiert.

Viel wurde nach Olympia in Athen darüber diskutiert, dass uns andere Nationen leistungsmäßig überholt hätten. Aber ist es nicht so, dass gerade auch unser NOK jahrelang viele Trainer und Ausbilder in Entwicklungsländer ge-schickt hat, und diese Länder uns nun zu überholen dro-hen? Ich frage dies ganz faktisch und nicht vorwurfsvoll.

Dr. Bach: Es ist wahr, dass das IOC, und speziell auch das deutsche NOK, sehr viel in sportliche Entwicklungsarbeit inves-tieren. Aber hier geht es sehr oft um sportliche Entwicklungs-arbeit und nicht um die Ausbildung von ausländischen Athleten zu Olympiasiegern. Da dürfen wir uns nicht zu sehr überschät-zen, insgesamt müssen wir unsere eigene Arbeit von der Basis bis zur Spitze immer wieder hinterfragen und sicher auch hin und wieder selbst über die Grenzen blicken und uns fragen, warum andere diese oder jene Erfolge erzielen.

Herr Dr. Bach, herzlichen Dank für die Zeit, die Sie den zehn baden-würt¬tem¬bergischen Ballspielverbänden wid-men, jetzt und dann im Oktober in Karlsruhe.

Dr. Bach: Gern geschehen, ich freue mich auf das Treffen in Karlsruhe und komme gerne.



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