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Leistungssport in Deutschland

Zu einer Gesprächsrunde über den Leistungssport in Deutschland trafen sich am Samstagvormittag (07.10.2006) Vertreter der vier Spitzensportarten. Renate Lingor (DFB), Armin Emrich (DHB), Olaf Stolz (DBB) und Giovanni Guidetti (DVV) stellten sich den Fragen von Moderator Hans-Reinhard Scheu.

Talkrunde / Foto: M. Gilliar
Die Talkrunde v.l.n.r Giovanni Guidetti (DVV, mit Übersetzerin), Renate Lingor (DFB), Olaf Stolz (DBB), Armin Emrich (DHB) und Moderator Hans-Reinhard Scheu / Foto: M. Gilliar

Hierbei interessierte uns Volleyballer natürlich ganz besonders die Meinung des neuen Bundestrainers der Volleyball-Frauen Giovanni Guidetti. Erst im Mai hatte er das Training übernommen.
Er ist zufrieden mit seiner Mannschaft, die Chemie, der Teamspirit stimmt. Einen guten Beitrag leistete da auch die Fussball-WM in Deutschland. Mit jedem Fussballspiel der deutschen Elf stieg auch die Chemie in seinem Team, erklärte Guidetti. Natürlich war es für den Italiener eine Umstellung, ein Team in Deutschland zu trainieren. In Italien hat Volleyball einen anderen, höheren Stellenwert, da werden Spiele der ersten und zweiten Liga im Fernsehen übertragen. In Deutschland kommen meist nur Nutzer von Pay-TV-Anbietern in den Genuss. (Arena überträgt die WM-Spiele in Japan.)

Bundestrainer Giovanni Guidetti / Foto: M. Gilliar
Bundestrainer Giovanni Guidetti / Foto: M. Gilliar

Guidetti hat in der kurzen Zeit, in der er in Deutschland tätig ist, auch den Dialog mit anderen Trainern gesucht. Mehr Kommunikation zwischen den Trainern der Nationalmannschaften und den Bundesligatrainern ist notwendig, damit sie die „gleiche Sprache“ sprechen. Das soll nicht heißen, dass nach einheitlichem Lehrplan trainiert werden soll – da darf und muss jeder Trainer sein eigenes Konzept entwickeln. Aber er sieht in Deutschland zwei Probleme:
Es gibt viele professionelle Spieler, aber sie trainieren nicht genug.
Unter Guidettis Hand trainiert die Nationalmannschaft sechs bis sieben Stunden pro Tag. Volleyball hat oberste Priorität. In der Bundesliga sieht er, dass zum Teil „nur“ zwei bis drei Stunden trainiert wird. Trainer und Spieler haben nicht genug Zeit. – Sicherlich auch eine Frage der Finanzen. Denn welche Spieler können ich Deutschland heute tatsächlich ausschließlich vom Volleyball leben?
Auch die Tatsache, dass Trainer ihren Bundesligaspielern während der WM-Pause, mitten in der Saison einen mehrwöchigen Urlaub erlauben, kann Guidetti nicht nachvollziehen.

Aber es gab nicht nur Kritik. Viel Lob gab es für die gute Jugendarbeit im deutschen Volleyball. Der DVV und auch die Verbände leisten gut Arbeit für junge Spieler und er wünscht sich, dass hier weiterhin investiert und hart gearbeitet wird.
Und auch von seinen Spielerinnen ist er begeistert. Sie sind motiviert, trainieren hart und die Stimmung ist gut. Für die WM ist er zuversichtlich, hofft auf eine Platzierung unter den ersten acht Teams.

Ebenfalls diskutiert wurde die Frage des „Ausländerproblems“ in deutschen Spitzenteams. In den Handball-Topmannschaften findet man nur noch spärlich, wenn überhaupt einen deutschen Spieler und auch im Fußball hat der eine oder andere Verein Probleme, die nötigen Positionen mit deutschen Spielern zu besetzen. Im Trainerbereich sieht es nicht unbedingt besser aus.
Eine gute Frage also für den italienischen Volleyballtrainer. Er sieht das ganze wirtschaftlich – der Markt bestimmt die Nachfrage und das Geschäft und er plädiert für eine internationale Sicht der Dinge. Wichtig ist, dass die Chemie zwischen Trainer und Team stimmt. Kommunikation funktioniert auch ohne, dass man die gleiche Sprache spricht. Auf die Frage, ob der DVV einen italienischen Trainer gebraucht hat, antwortet Guidetti pragmatisch: Das deutsche Team brauchte einen neuen Coach.
Er sieht es nicht als Nachteil an, ausländische Spieler ins Team zu holen. Allerdings sollten es gute Spieler sein, von denen die deutschen Spieler dann noch etwas lernen können und nicht etwa mittelklasse Spieler, die man erst noch aufbauen muss. Diese Förderung sollte man dann doch der eigenen Jugend zu gute kommen lassen.

Sybille Baecker



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