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Beach-Sommer 99: VLW-LBS-Tour in Ludwigsburg am Ziel (VolleyNews 04-1999)

So etwas war den Engeln auf den Türmen der evangelischen Kirche von Ludwigsburg ja noch nicht untergekommen! Da tummelten sich von Freitag, den 23. Juli, bis Sonntag, den 25. Juli, Heerscharen von Sportlern und stahlen den himmlischen Vertretern in luftiger Höhe die gewohnte Aufmerksamkeit der Marktplatz-Besucher.

Die Sportler nannten sich Beachvolleyballer, ließen 600 Tonnen Sand auf den Platz karren, nur um auf der weichen Unterlage einen bunten Lederball auf seltsame Art und Weise über ein Netz zu befördern. Sie zeigten auch noch mindestens soviel Haut wie die barokken Himmelsgeschöpfe selbst. Dabei konnten es die Figuren da unten mit ihren mageren Körpern wohl kaum mit den wohl gerundeten Formen der Putten aufnehmen.

Lächerlich!

Die Meute schien auch noch eine Menge Spaß zu haben: Sie katapultierte ihre Bälle sogar bis in die obersten Etagen des Gotteshauses!

Eine Aufforderung zum Mitspielen? "So weit kommts noch!", dachten sich wohl die Nackedeis auf dem Kirchensims und verfolgten das Geschehen mit versteinerten Mienen.

Beachvolleyball ist eher eine himmlische Freude für Sandmänner und frauen. Besonders jedoch bei den Württembergischen Meisterschaften in Ludwigsburg.

Sonne, Sand und jede Menge Fans fügten sich zu einer optimalen Kulisse für hochklassige und spannende Begegnungen. Eine BeachParty für hitzebeständige Wühlmäuse unter Ausrichtung des RMB-Radios, das in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert, in Kooperation mit der Stadt Ludwigsburg. Musikgruppen, Live-Radio vor Ort und ein großer GastroBereich luden die Zuschauer zu einem längeren Aufenthalt auf dem Marktplatz ein.

Die kühlsten Köpfe im heißen Quarzsand bewiesen bei den Damen die Tübingerinnen Steffi Grau und Susann Grenda und bei den Herren die Schmidener Routiniers Dirk Taubert und Christian Kilgus. Das Duo Grau/Grenda bezwang im Finale vor rund 1500 Zuschauern die Regionalliga-Spielerinnen Sabine Seeger und Catrin Casans vom TSV Schmiden mit 15:8. Die ehemaligen Fellbacher Bundesliga-Akteure Kilgus/Taubert spielten im Finale der Herren gegen Jochen Haas und Jan Wiese vom Landesligisten TV Hausen ihre ganze Routine aus und gewannen deutlich mit 15:5.

Die angehende Ärztin Steffi Grau sah sich mit dem Titelgewinn in ihrer konstanten Leistung während der gesamten VLW-LBS-Beachtour bestätigt: "Wir haben in der Runde nur einmal verloren. Am Anfang waren wir zwar sehr nervös, aber nach den ersten zwei, drei gelungenen Aktionen kamen wir richtig ins Spiel."

Der gute Auftritt im Halbfinale, wo die Schmidenerinnen Iris Klotz und Carola Schmidt mit 6:15 kaum Widerstand leisteten, hatte das Duo wohl zusätzlich aufgebaut.

Martina Grobshäuser (MTV Ludwigsburg), die mit ihrer Partnerin Sabine Schmitz vom TSV Bernhausen die Setzliste anführte, fühlte sich schon im Vorfeld des Turniers alles andere als siegessicher. "Es gibt keine klaren Favoriten, hier kann jeder jeden schlagen." Eine Aussage, die sich für das Duo auf bittere Weise bestätigen sollte. Sie schieden nämlich im Halbfinale gegen Sabine Seeger und Catrin Casans vom TSV Schmiden mit 11:15 aus. Und das, obwohl sie mit weißer Weste aus den Vorrundenspielen herausgekommen waren. Doch allzu große Trauer machte sich nicht breit. "Das war ein hochklassiges Halbfinale", sagte Aktivensprecherin Martina Grobshäuser, "da schmerzt die Niederlage nicht so sehr. Schließlich kann nicht jeder Meister werden."

Zu dieser Erkenntnis mussten auch die hoch eingeschätzten Schmidener Jochen Schmid und Christian Metzger kommen. Auch wenn sie es nicht so locker nahmen. Für die beiden Ex-Fellbacher war ebenfalls im Halbfinale Schluss. Die Erstplatzierten der Setzliste wurden von den heißblütigen Hausener Akteuren Jochen Haas und Jan Wiese kalt erwischt. 15:11 lautete das Ergebnis aus Sicht der überglücklichen Herausforderer.

Mit der Massgabe: "wir können nichts verlieren", ging das Duo aus dem Norden des Verbandsgebiets in die Partie. Entsprechend locker bewegten sie sich im tückischen Sand. Getragen von den Sympathien der Zuschauer wurden sie zu Höchstleistungen beflügelt und machten Christian Metzger, auf den sie ihre ganze Taktik ausgelegt hatten, zusehends mürbe. Der haderte mehr und mehr mit sich, den Gegnern und den Zuschauern und fand nach dem letzten Wechsel nicht mehr in die Partie zurück. Die Enttäuschung über die unerwartete Niederlage war entsprechend groß. Da half auch der Erfolg im Spiel um Platz drei gegen Christoph und Philipp Lintner (TV Lienzingen) nichts.

Der unerwartete Einzug ins Finale brachte das Duo Haas/Wiese ganz aus dem Häuschen, denn in der Beachrunde hatten sie bisher nicht mit herausragenden Leistungen geglänzt: "Über einen fünften Platz sind wir bisher nicht hinausgekommen", bilanzierte der blonde Haas die Saisonleistung und lobte insbesondere die Leistungssteigerung seines Partners Jan Wiese. Anschließend gönnte Haas den weiblichen Fans als Dank für den Beistand einen freien Blick auf seine Muskelpracht, indem er sich kurzerhand von seinem Trikot befreite.

Dass die Lockerheit im Finale plötzlich verflogen war, konnten sie sich dann nicht so richtig erklären. Haas: "Wir haben einfach kein Mittel gegen Kilgus/Taubert gefunden.

Tatsächlich hatten Abwehr-Wirbel Christian Kilgus und sein massgeblich für den Angriff zuständiger Partner Dirk Taubert leichtes Spiel mit den Gegnern. "Ich spiele gern gegen die beiden", bestätigte Kilgus am Ende diesen Eindruck, "ich weiss immer, was die vorhaben."

Der Lohn für die Sieger waren jeweils ein Umschlag mit 880 Mark, ein Bausparvertrag des TourSponsors, der LBS, im Wert von 700 Mark und von der Stadt Ludwigsburg ein eigens angefertigter Porzellanteller. Die Zweitplatzierten konnten sich über 680 Mark freuen. Für die Plätze drei und vier blieben jeweils 560 und 440 Mark. Hinzu kamen noch Sachpreise in Form von Sportausrüstungen.

Wenn es nach den Wünschen der an der Veranstaltung beteiligten Partner geht, dann könnte das nächste Finale um die Württembergische Beachvolleyball-Meisterschaft wieder vor der herrlichen Kulisse des Ludwigsburger Marktplatzes stattfinden.

Ob sich die steinernen Engel dann zum Mitspielen erweichen lassen?

Ergebnisse

Damen

Finale: Steffi Grau/Susann Grenda (TSG Tübingen) - Sabine Seeger/Catrin Casans (beide TSV Schmiden) 15:8, damit Grau/Grenda Württembergische Beachvolleyball-Meister. Spiel um Platz drei: Martina Grobshäuser (MTV Ludwigsburg)/Sabine Schmitz (TSV Bernhausen) - Iris Klotz /Carola Schmidt (beide Schmiden) 15:6. Halbfinals: Seeger/Casans - Grobshäuser/Schmidt 15:11, Grau/Grenda - Klotz/Schmidt 15:6. 5. Franziska Behrmann (FV Tüb. Modell)/ Veska Ugarkovic (TSV Schmiden), 5. Tatjana Oravec/Sabine Welz (beide TV Rottenbrug), 7. Karin Lang/Alexandra Haas (beide SpVgg Frankenbach), 7. Christine Gaier/Andrea Knobelspieß (beide TV Rottenburg), 9. Iris Schneider/Bianca Heil (beide TV Lauffen, 9. Anke Wagner/Meike Müller (beide TV Rottenburg), 9. Barbara Brenner/Stephanie Wahl (beide TSV Schmiden), 9. Martina Kugel/Susanne Sterr (beide TSV Neckargröningen).

Herren

Finale: Dirk Taubert/Christian Kilgus (beide TSV Schmiden) - Jochen Haas /Jan Wiese (beide TV Hausen) 15:5. Spiel um Platz drei: Jochen Schmid/Christian Metzger (beide TSV Schmiden) - Philipp und Christoph Lintner (beide TV Lienzingen) . Halbfinals: Haas/Wiese - Schmid/Metzger 15:11, Taubert/Kilgus - Lintner/Lintner 15:5. 5. Martin Repp/Daniel Hänle (beide VfL Sindelfingen), 5. Stefan Schmeckenbecher/Martin Kern (beide TV Rottenburg), 7. Robert Rotim/Harald Branz (beide TV Rottenburg), 7. Georg Klein (TG Nürtingen/Steffen Grötzinger (TSV Ellwangen), 9. Holger Böhme/Sebastian Winter (beide TSG Backnang), 9. Robert Jetschina/Niels Weigel (beide TV Neckarweihingen), 9. Holger Ninow/Thomas Weggenmann (beide TV Wiblingen), 9. Sebastian Schiegl (Sportvg Feuerbach)/Jan Leininger (TSV Schmiden), 13. Konrad Wiese/Axel Ziethe (beide TSV Georgii Allianz Stuttgart), 13. Thomas Kraft/Peter Bürkle (beide TSV Schmiden), 13. Robert Ziegler/Jürgen Kratzeisen (beide TV Rottenburg), 13. Arno Perner/Ralph Kieninger (beide TSV Ellwangen), 17. Achim Bayer/Manne Pittler (beide MTV Stuttgart), 17. Dennis Kunz (TSV Saulgau)/Markus Bechert (TSV Schmiden), 17. Ralph Schanz (MTV Ludwigsburg)/Stephan Holz (TV Neckarweihingen), 17. Harry Auer (BSG Immenstaad)/Alexander Kreuzer (TSB Ravensburg).

VLW-Beach in Zahlen

630 Herren und 440 Damen füllen die Rangliste
In Württemberg gibt es inzwischen etwa 140 Beachvolleyball-Felder.

Die VLW-LBS-Beachtour 1999

420 Herren und 210 Damen spielten 1999 auf der Tour
16 Damen und 27 Herrenturniere wurden ausgespielt
Es wurden 1450 Spiele bestritten
21.100 Mark Preisgeld wechselten die Besitzer.

Endrunde in Ludwigsburg

600 Tonnen Rheinsand wurden auf den Marktplatz gefahren
1000 Quadratmeter Sandfläche verwandelten den Marktplatz in eine BeachOase
Runde 10 Tonnen Sand fehlen am Ende... Wohin gehen die?
Insgesamt 8000 Mark Preisgeld winkten den vorderen Plätzen
In 38 Herren- und 22 Damenspielen wurde die Württembergischen Beachmeister ermittelt.
Viele, viele Helfer legten Hand an und trugen massgeblich zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Vielen Dank an dieser Stelle!



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