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Die Entwicklung der Übungsleiter- und Trainerausbildung im VLW

Zur Bedeutung

Die Qualität des Volleyballspiels hängt direkt ab von der Güte und Menge der Übungsleiter und Trainer, die in dieser Sportart engagiert tätig sind. Wie zutreffend diese Feststellung ist, macht ein Blick auf die Volleyballhochburgen des Landes in den sechziger und siebziger Jahren deutlich: Tübingen, Sindelfingen. Stuttgart, Schwäbisch Gmünd, Reutlingen, Ulm (und andere Orte) wurden Volleyballzentren, weil qualifizierte und engagierte Volleyballexperten - zumeist Sportlehrer wie Franz Begov, Friedrich Gand, Josef Mosonyi, Manfred Klotzbücher, Günter Ludwig und andere mehr dort spielten und trainierten. Danach dauerte es nicht lange, bis diese Zentren ausstrahlten auf die nähere Umgebung: in und um Ulm, Stuttgart, Sindelfingen, Reutlingen,Tübingen gibt es eine Vielzahl von 'Ableger-Vereinen".

Das beschriebene Phänomen kann derzeit auch im Hohenlohe-Kreis beobachtet werden. Seit dort mit Rudi Sonnenbichler die "Volleyballrakete" des TV Creglingen startete und mit unverminderter Schubkraft steigt, wird auch im näheren Umfeld vermehrt Volleyball gespielt.

Zur Entwicklung

Den verantwortlichen Männern des VOLLEYBALL-LAN DESVERBANDES WÜRTTEMBERG war die Bedeutung der Trainer für die Verbreitung und qualifizierte Ausübung der Sportart klar. Aus diesem Grunde übernahm Josef Mosonyi mit der Aufgabe, sich um die sportliche Entwicklung des Spiels zu kümmern auch die der Ausbildung von Trainern. Mehrere Jahre war er Sportwart, Schiedrichterwart und Lehrwart (1965-1971) in einem.

Die Trainerausbildung orientierte sich bei ihm am Prinzip der Meisterlehre. Als Meister des Volleyballspiels gab er sein technisches, taktisches und trainingspraktisches Wissen weiter an seine Schüler. Da - wie bei ihm auch - bei seinen angehenden Trainern das eigene Können als Spieler im Vordergrund stand, konnten Spitzenspieler die Trainerlizenz auch ohne theoretische Prüfung erhalten. Diese großzügige Regelung war in den Anfangsjahren berechtigt und trug sicher nicht unerheblich zur Verbreitung des Volleyballspiels im Lande bei. Mit Einführung der Übungsleiterausbildung im WLSB übernahm der VLW den fachlichen Ausbildungsteil.

Anfang der siebziger Jahre begann Dr. Franz Begov vom Sportinstitut in Tübingen mit der Aufgabe, Volleyballtrainer auszubilden und an der Entwicklung des Ausbildungssystems mitzuwirken. Als Universitätssportlehrer hatte er zwei zentrale Anliegen. Zum einen ging es ihm darum, sportwissenschaftliche Erkenntnisse auch für die Vereinsarbeit nutzbar zu machen; im Vordergrund stand dabei die sich neu entwickelnde Bewegungs- und Trainingslehre sowie die Sportmethodik. Zum anderen interessierte ihn bereits damals die Spielbeobachtung in besonderem Maße. Die Olympischen Spiele 1972 in München hatten nicht nur eine Initialzündung zur Verbreitung des Volleyballspiels, sie brachten auch enorme technische und taktische Weiterentwicklungen. Diese zu analysieren und angemessen umzusetzen, forderte den zweiten Lehrwart des VLW (1971-1973) besonders heraus. In seine Amtszeit fiel 1972 die Einführung der B-Trainer-Lizenz durch den DVV

Die zweite Hälfte der siebziger Jahre wurde im Lehrwesen bestimmt von Axel Singer. Als Student von Franz Begov hatte er bereits in der Ausbildung von Trainern mitgewirkt. Unter ihm wurde die Kooperation in der Ausbildung mit dem WÜRTTEMBERGISCHEN LANDESSPORTBUND forciert: neben dem B-Trainer als der damals untersten Ausbildungsstufe konnte bei ihm die Prüfung als "staatlich anerkannter nebenberuflicher Übungsleiter" abgelegt werden. Da Singer in Sindelfingen als Sportlehrer in der Schule und als Jugendtrainer im Verein erfolgreich arbeitete, stand bei ihm in der Übungsleiterund Trainerausbildung die sportliche Betreuung jugendlicher Spieler im Vordergrund.

Das Amt des Lehrwarts übernahm Fritz Dannenmann von Axel Singer im Jahr 1979. Zeitgleich mit seiner Amtstätigkeit begann im DEUTSCHEN VOLLEYBALLVERBAND eine große Initiative: die unterschiedlichen Ausbildungsgänge und -inhalte der Landesverbände wurden vereinheitlicht. Der DEUTSCHE SPORTBUND hatte neue Richtlinien für die Ausbildung von Übungsleitern und Trainern herausgegeben, an denen sich die Fachverbände orientieren konnten. Da diese Richtlinien auch die Grundlage für die Bestimmungen des WLSB bildeten, strebte Dannenmann von Anfang an eine Kooperation mit diesem an. Seit 1980 führen wir (VLW und WLSB) die Übungsleiter-Lehrgänge gemeinsam in der Landessportschule Tailfingen, die hervorragende Möglichkeiten bietet, durch. Die fachlichen Ausbildungsinhalte werden von VLW-Referenten verantwortet, die überfachlichen (z.B. Sportverletzungen) von den Studienleitern der Sportschule behandelt. Diese Kooperation hat sich bewährt. Heute erhält jeder Volleyball-Übungsleiter, der die abschließende Prüfung bestanden hat und damit staatlich geprüfter nebenberuflicher Übungsleiter ist, einen Zuschuß von derzeit maximal 700,- DM pro Jahr vom WLSB.

Die Entwicklung im Lehrwesen der achtziger Jahre wird formal durch zwei Veränderungen bestimmt: neben dem Fachübungsleiter Volleyball gibt es zunehmend mehr "Übungsleiter mit allgemeiner Qualifikation" (= Übungsleiter a), den sog. "Freizeit-Übungsleiter" mit SchwerpunktVolleyball. Dazu gibt es seit 1983 die dezentrale Ausbildung zum Übungshelfer. Sie ist der Übungsleiterausbildung vorgeschaltet und umfaßt 24 Ausbildungsstunden; sie findet in den Bezirken statt.

Inhaltlich bildet ein Schwerpunkt der derzeitigen Lehrwartstätigkeit die zunehmende Gewichtung der Fortbildung der Übungsleiter und Trainer. In Zusammenarbeit mit Einzelpersonen des Sportausschusses führen wir in jedem Jahr etwa ein Dutzend Fortbildungsmaßnahmen durch. Zwei Zielgruppen liegen uns besonders am Herzen:

- die Jugendtrainer im Verein
- die Sportlehrer in der Schule

Beide versuchen wir mit unserem Angeboten so zu informieren, daß sie die Entwicklung des Volleyballspiels methodisch angemessen umsetzen können.

Zum Ausbildungsstand

Zur Zeit gibt es im VLW knapp 1000 Übungsleiter und Trainer sowie etwa 400 Übungshelfer. Die staatlich anerkannte Lizenz als Volleyball-Übungsleiter besitzen nach der letzten WLSB-Erhebung (Stand 25.11.86) 771 Volleyballspieler(innen); davon sind 447 Fachübungsleiter und 324 Freizeit-Übungsleiter. Den 603 männlichen Übungsleitern stehen leider nur 169 Übungsleiterinnen gegenüber. Bei den B-Trainern ist der prozentuale Anteil der Frauen leider noch geringer!

Im Vergleich mit anderen Fachverbänden nimmt der VLW damit die Position 5 ein hinter Turnen, Fußball, Handball und Leichtathletik, obwohl die Volleyballer in der Gesamtstatistik des WLSB lediglich auf Rang 11 liegen. Ein Grund dafür ist, daß viele Sportlehrerinnen und Sportlehrer bei der Beantragung der Übungsleiter Lizenz A, welche sie aufgrund ihrer Ausbildung ohne Prüfung bekommen, Volleyball als ihre Sportart angeben. Es wird notwendig sein, diese günstige Ausgangsbedingung für die weitere Verbreitung des Volleyballspiels zu nutzen und diese Lehrkräfte durch Fortbildungsmaßnahmen wirkungsvoll zu erreichen.



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