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Rückerinnerungen

Über die ersten Kontakte mit dem Volleyball in Württemberg berichtet DVV - Ehrenpräsident Johannes Zeigert, daß schon 2 Jahre nach der Gründung des DVV im Jahre 1957 über Siegbert Maier (Esslingen), der zu dieser Zeit einen Volleyballbundeslehrgang in Kassel als Vertreter der TH Stuttgart besuchte, die ersten Kontakte aufgenommen wurden. Er war bereit, als Ansprechpartner und Verbindungsmann für Württemberg zu fungieren.

Anton M. Bauer vom Stuttgarter Turnverein hatte 1959 per Zeitungsanzeige Erfolg. Er kannte das Volleyballspiel als Donauschwabe und fand mit Alfred Klose, Josef Sebali und Egemen Güredin hervorragende Volleyballspieler, die auf Anhieb 1959 und 1960 Deutscher Turnspielmeister wurden. Sie leiteten für sich die Spielberechtigung an den Deutschen Meisterschaften des DVV 1960 in Heidelberg her. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (es gab Probleme mit der Zulassung) wurde man sich doch noch einig und der Stuttgarter TV erreichte einen beachtlichen 6. Platz.

Über die Pionierzeit weiß Dr. Franz Begov, Tübingen, wie folgt zu berichten: "Die ersten Erfahrungen mit dem Volleyballspiel machte ich während der Studienzeit etwa Mitte der fünfziger Jahre. Im Rahmen der Ausbildung in dem Fach 'Sommerspiele' wurde auch Volleyball - eher könnte man es Flugball nennen - angeboten. Was neben Faust- und Schlagball gespielt wurde, bezeichneten wir Studenten abwertend als 'Zug- und Führball'. König in diesem Spiel war ein Kommilitone, der sein Können als Handball-Nationalspieler mit trickreichen Abwürfen am Netz bewies. Meine zweite Volleyballerfahrung war der 'Freiburger Schock'. Mit Friedrich Gand und einigen anderen Enthusiasten hatten wir eine Mannschaft zusammengebracht, die sich an einem Turnier in Freiburg beteiligte. Die Freiburger waren uns spielerisch damals noch weit voraus, vor allem erwiesen sie sich aber als Experten einer strengen Regelauslegung. Nein, es war keine Entwicklungshilfe, die uns Württembergern hier in Südbaden gewährt wurde. Wir waren so erbost, daß wir uns schworen, diese Schmach möglichst bald auszubügeln. Die Konsequenz daraus war, ein intensives Training zu planen und durchzuführen. Wir holten uns Rat bei der französischen Garnison in Tübingen und lernten die "manchette" (Bagger) und die "pendtration" (Läuferangriff mit Kurzpaß) kennen. Weitere Anregungen brachten Spieler wie Gert Stiebing und Franz Schmidt in unser Training ein - der eine kam aus der DDR, der andere kannte Volleyball noch aus Jugoslawien

Nach und nach wurden wir wettkampferfahrener. Jetzt begann die Zeit, eigene Leute heranzuziehen. Es begann mit Jörg Schwenk, Manfred Klotzbücher, E. und W. Nitschke, G. Bachlechner, Hedi Wigger, Ute Reuff und Margret Hörner, um nur einige Namen zu nennen. Alle waren wir bestrebt, diese neue schöne Sportart in unserem Land bekanntzumachen und voranzubringen. Keiner weigerte sich, ein Meisterschaftsspiel bei strömendem Regen im Freien auszutragen, schlechtes Ballmaterial zu benützen, ohne finanzielle Zuwendungen seinen Sport auszuüben oder Funktionen als Schiedsrichter, Abteilungsleiter oder Trainer wahrzunehmen. Unser Pioniergeist war nicht allein darauf ausgerichtet, unserem Vereins- oder Hochschulinteresse zu dienen, sondern wir stellten uns die Aufgabe, den Volleyballfunken ins Land hinauszutragen. Ich erinnere mich noch gut an einen Arzt sowie einen Apotheker von der Alb, die sich für das neue Spiel begeistet hatten. Sie hospitierten bei uns in Tübingen und organisierten Werbespiele in ihren Heimatgemeinden Westerheim und Laichingen. Wir spielten dann dort in Turnhallen bei widrigen Bedingungen. Im Freien auf der Alb zu spielen war noch schlimmer: keine Umkleidemöglichkeiten, das Waschen nach dem Spiel war nur in einem großen Bottich möglich und was für Volleyball am schlimmsten war der Wind! Nach den Spielen wurden wir jedoch königlich bewirtet, übernachteten gratis bei den Familien, genossen bis spät in der Nacht im Hinterstübchen der Apotheke die großzügige Gastfreundschaft."

In Reutlingen fand sich der Polizei-Sportverein bereit, Volleyball in sein Angebot mit aufzunehmen. Gert Stiebing und Franz Schmidt besuchten zunächst einige Monate das Training an der Universität Tübingen. In einem Zeitungsartikel wurde der Trainingsbetrieb bekanntgemacht, und so konnten am 8. Juni 1961 23 Volleyballinteressenten begrüßt werden.

Darunter waren sowohl Anfänger wie auch Spitzenkönner, wie beispielsweise Jakob Dailoff und Juan Oswaldo Adamicska (Argentinien).

Zum ersten Freundschaftsspiel war die Uni Tübingen geladen. Darüber war in der örtlichen Presse zu lesen: '... als die Reutlinger im 1. Satz schon mit 13:0 im Rückstand lagen und der Mannschaftskapitän in der Auszeit meinte, daß seine Mannschaft zwar prima spiele, jedoch noch keinen Punkt habe, ging zwar der erste Satz verloren, aber die Reutlinger waren im 2. Satz wie umgewandelt. Plötzlich klappte alles. Es wurde sogar geschmettert, und selbst der Block, eine der schwierigsten Verteidigungen, wurde gegen die baumlangen Tübinger erfolgreich angewandt. Am Satzende stand es 15:10 für die junge Reutlinger Mannschaft.

... die Tübinger gewannen mit 3:2. Es zeigte sich, daß Volleyball ein Spiel ist, das eine ausreichende Kondition verlangt, und da waren die Gäste aus Tübingen den Gastgebern ein Stück voraus !'

In dem Bemühen, die Qualität unseres Spieles zu verbessern "wurden von uns noch im selben Jahr", so berichtet Franz Schmidt, "noch mehrere Turniere besucht (u.a. als Sieger beim Neujahrsturnier in Innsbruck), und so wurde am 11.11.1961 erstmals in Württemberg mit Plakatwerbung und Eintrittsgeldern (172 zahlende Zuschauer!!) ein Volleyballturnier durchgeführt. Wir waren in Reutlingen entschieden dagegen, den Volleyballsport im STB zu integrieren. Auf unseren Antrag um Mitgliedschaft im DVV erhielten wir am 20.2.1962 die Bestätigung unserer Aufnahme. Wir sind heute noch stolz darauf, an der Grundsteinlegung des Württembergischen Volleyballverbandes als Landesverband des DVV beteiligt gewesen zu sein."

Über den Anfang im BffL Stuttgart weiß Otto Hilf folgendes zu berichten: "Viele unserer Vereinsmitglieder fuhren nach Südfrankreich in den Urlaub und kamen als Volleyballbegeisterte zurück. So mußte eines Tages der Faustballplatz auf unserem Gelände einem Volleyballplatz weichen. 1959 war ich natürlich sehr erstaunt darüber, jenes Spiel, das ich 1937 als 17-jähriger Sudetenländer letztmals sah und spielte und es als tschechischen Nationalsport wähnte, hier in Stuttgart beim BffL wieder zu sehen. 1961 beteiligten wir uns bereits mit einer Mannschaft beim FKK-Turnier in München. Um die einzige Übungseinheit in der Halle 'stritten' bald eine Damenmannschaft, eine Herrenmannschaft und die Bewegungssportler. Am 25. März 1962 beteiligten sich dann die FKK-Sportler, die als erste den Schritt an die Öffentlichkeit wagten, in der Halle 6 auf dem Killesberg an den STB - Volleyballmeisterschaften.'

Nach mehreren Zusammenkünften mit einigen Volleyballfreunden aus Württemberg und nach langer und intensiver Korrespondenz sah sich der Präsident des DVV, Johannes Zeigert, veranlaßt, am 28. August 1962 die Landesstelle Württemberg anzuerkennen - bisher gab es ja mit Siegbert Maier nur einen Volleyball-Landeswart für Württemberg.

Das Drängen der kleinen Volleyballgemeinde aus Reutlingen, Tübingen und Stuttgart (wobei der Stuttgarter TV seine Bindung an den Schwäbischen Turnerbund nicht aufgeben wollte) führte dazu, daß sich am 18. November 1962 auf Initiative des neuen Landeswartes Franz Schmidt ein Ausschuß bereitfand, den Volleyball-Landesverband Württemberg in Tübingen zu gründen.



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